Grußwort Vorsitzender der Kulturvereinigung Peter Schreiber

Liebe Freunde der Kulturvereinigung Limburg,

auch in der Saison 2021/22 wird es wieder Limburger Theaterabende und Limburger Meisterkonzerte geben. Wir haben lange überlegt, wie wir die diesjährige Saison wohl gestalten könnten. Da sind viele Unwägbarkeiten und Risiken und da ist auf der anderen Seite der Hunger nach Veranstaltungen.

Wir bieten Ihnen das Programm also in gewohntem Umfang an. Tickets bekommen Sie wie gewohnt bei der Ticketzentrale unter Hinterlegung von Namen und Anschrift. In der Josef- Kohlmaier-Halle gibt es ein erprobtes Hygienekonzept, sodass Sie Ihre Veranstaltung sicher genießen können. Auf die Möglichkeit des Abonnements haben wir in diesem Jahr verzichtet. Beim Programm machen wir keine Abstriche: Professionelles Theater von renommierten Gastspielveranstaltern, Orchesterund Kammerkonzerte - es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Viel Freude an so lange ersehnten Abenden bei öffentlichen Vorstellungen!

Mit freundlichen Grüßen

Peter Schreiber
Vorsitzender der Kulturvereinigung Limburg e.V.

Der aktuelle Vorstand

Ehrenvorsitzender: Werner Schmich
1. Vorsitzender: Peter Schreiber
2. Vorsitzende: Dr. Marie-Luise Crone
Schatzmeisterin komm.: Andrea Ortseifen
Schriftführerin: Bärbel Meffert

Beisitzer:
Cordula Kleiter
Sonja Reyers
Nicole Theofel
Adolf Wuth
Dr. Christopher Dietz
Hans-Ulrich Muth
Dr. Michael Ströder

Hier unsere aktuelle Satzung zum herunterladen.

Geschäftsführerin der Kulturvereinigung: Gabriele Droste
Mitarbeiter/in: N. N.

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Geschichte der Kulturvereinigung Limburg e.V.

Wer durch die Kreisstadt Limburg geht oder die lokale Presse studiert, wird durch Plakate, Anzeigen und Ankündigungen auf das große kulturelle Angebot in der Domstadt hingewiesen, von dem auch das Umland profitiert. Man wird dabei immer wieder auf die Kulturvereinigung Limburg als Ver- anstalter stoßen.

DER ANFANG

Sie wurde ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Sommer 1946 gegründet. Die Initiative dazu ging vom damaligen Bürgermeister Schneider und einigen interessierten Bürgern aus. Die Stadtväter erkannten schon frühzeitig, dass zu einer guten wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und ihrer Region auch ein entsprechendes kulturelles Angebot gehört. Die Stadt Limburg hat damals einen Teil der Aufgabe der Kulturvereinigung übertragen. So steht in §1 der Satzung: "Der am 1. Juli 1946 gegründete Verein führt den Namen Kulturvereinigung Limburg e.V. und ist Träger kultureller Veranstaltungen. Diese Aufgabe hat die Kulturvereinigung Limburg im Interesse der Stadt Limburg wahrzunehmen." Kulturinteressierte Bürger widmen sich ehrenamtlich diesem Anliegen.

DIE ENTWICKLUNG

Im ehemaligen St. Georgshof fanden nach dem Krieg die ersten Konzert- und Theateraufführungen statt. Durch den Bau der Stadthalle 1977 - heute Josef-Kohlmaier-Halle - wurden die technischen Voraussetzungen für anspruchsvolle Theateraufführungen geschaffen. Fast alle Bühnenstars des deutschen Theaters haben in Limburg gastiert, stellvertretend genannt seien nur: Elisabeth Flickenschildt, Lil Dagover, Inge Meysel, Heinz Rühmann, Gustav Knuth, Will Quadflieg, Charles Regnier, Peter Bongartz, Eleonore Weisgerber, Katerina Jacob, Joachim Fuchsberger Ralf Bauer und Marion Kracht.

Auch das Angebot klassischer Musik konnte wesentlich verbessert werden. Es entstanden unsere Limburger Meisterkonzerte mit Künstlern wie Stefan Askenase (Klavier), Helmut Erb (Trompete), Adam Harasiewicz (Klavier), Maria Kriegel (Violincello) und Christoph Pregardien (Tenor)...

Heute besuchen über 12.000 Menschen im Jahr unsere Veranstaltungen.

DAS ANGEBOT

Mit Unterstützung der Stadt Limburg und zahlreicher Sponsoren bietet die Kulturvereinigung Bürgern aus Stadt und Region ein vielseitiges Kulturprogramm. Die Limburger Theaterabende mit Schauspiel, Komödie und Kriminalstücken sind beliebte unmittelbare Bühnenerlebnisse. Viele bekannte Schauspieler gastieren mit Tourneetheatern in der Josef-Kohlmaier-Halle. Für unsere jungen Besucher gibt es Musicals und Theater für Kinder und für die Freunde klassischer Musik engagieren wir in den Limburger Meisterkonzerten bekannte Solisten, Kammerorchester und Sinfonieorchester. Am Jahresende erleben viele Besucher unser traditionelles Silvesterkonzert.

Die Konzerte in der Reihe Podium junger Künstler eröffnen Nachwuchstalenten die Möglichkeit, vor einem kritischen Publikum zu spielen. Unsere Familienkonzerte sollen Kindern die Welt der Musik erschließen und die Kultur am Nachmittag bietet vor allem Senioren ein unterhaltsames Programm. Und die von uns organisierten Opernfahrten führen in die Opernhäuser vieler Städte in der näheren Umgebung. Hier erleben die Besucher Opernaufführungen, wie sie auf kleinen Bühnen nicht geboten werden können.

Die Frage, was ist uns Kultur wert, wird immer wieder gestellt und unterschiedlich beantwortet. Richtig ist wohl, dass zu einer "funktionierenden" Stadt ein anspruchsvolles Kulturprogramm gehört und die Kultur mittlerweile als wichtiger Wirtschaftsfaktor anerkannt ist. Die Lebensqualität einer Region hängt ganz entscheidend davon ab.

Die Limburger Kulturvereinigung will weiterhin gern an dieser Aufgabe mitwirken.



Joachim Fuchsberger

Eleonore Weisgerber

Ralf Bauer

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Partner und Unterstützer

Kreissparkasse Limburg
Magistrat der Stadt Limburg a.d. Lahn
Bürgermeister a. D. Martin Richard, Limburg
Rotary-Club Limburg
Schäfer Dein Bäcker GmbH & Co.KG
Schuy Recycling GmbH & Co.KG, Limburg
Sparda-Bank Hessen eG.
Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG

Wir danken allen unseren Partnern und Unterstützern!

Wenn auch Sie dazu gehören möchten, mailen Sie uns oder rufen Sie einfach Frau Droste unter der Tel-Nr. 06431/203-230 an!

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Die Limburger Kulturvereinigung wird 75 Jahre alt

Neben Speis' und Trank war geistige Nahrung gefragt

Von Dieter Fluck
NNP Juli 2021
Am 1. Juli 1946 wurde die Limburger Kulturvereinigung gegründet. Das ist nun 75 Jahre her und gerne hätte der Verein sein Jubiläum gebührend gefeiert, muss aber Corona-bedingt darauf verzichten. Vorsitzender Peter Schreiber ist jedoch zuversichtlich, dass die Festveranstaltung zu gegebener Zeit nachgeholt werden kann, zumal eine Reihe neuer Ideen die kulturellen Angebote ergänzen und bekannte Formate auffrischen sollen.

Wenn heute an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 2. September 1945 und an die Verluste und Entbehrungen der Menschen erinnert wird, so darf bereits zehn Monate nach den schrecklichen Folgen die Gründung der Kulturvereinigung als eine bemerkenswerte Energieleistung verstanden werden. Freilich war auch das kulturelle Leben in Limburg zum Erliegen gekommen. Der damalige Bürgermeister Josef Schneider erkannte schon bald, dass die Menschen nach dem Zusammenbruch nicht nur Hunger und Durst nach Speise und Trank, sondern auch nach geistigen Dingen hatten und regte seinerzeit die Gründung eines Kulturvereins an.

In der Folge spielten in Limburg bald wieder bekannte Orchester, die das Publikum begeisterten. Damals im Dom waren sie auch bei einer Wiederholung ausverkauft. Namhafte Solisten sangen bei den großen Domkonzerten, die Domkapellmeister Hans Pabst leitete, der dank persönlicher Freundschaften Solisten für einen Auftritt in Limburg gewann, die nicht selten für einen Bettellohn auftraten. Eine mitentscheidende Rolle spielte Theodor Lebeda mit seiner Orchester- und Madrigalvereinigung wie der 1955 gegründeten Chorgemeinschaft, die große Oratorien aufführte.

Vorstandsmitglied Heinz Kleiter erinnerte anlässlich des 25-jährigen Jubiläums 1971: "Die Kultur war notwendig, um wieder eine geistige Basis zu finden, auf der es sich lohnte, einen neuen Staat zu bauen. Bachs Matthäus-Passion konnte da mehr Orientierung bieten als manches kluge Wort der Staatsmänner." Da der St. Georgshof den Krieg ohne größere Schäden überstand, konnte dort ab 1951 auch wieder Theater gespielt werden. In den ersten Jahren gastierten die Landesbühnen von Frankfurt, Darmstadt und Neuwied sowie die Theater von Marburg, Gießen und Bad Godesberg.

Erst in den sechziger Jahren wurde das Angebot vielfältiger, das Publikum durch das Fernsehen an Stars und Stücke gewöhnt. Im Bereich Theater änderte sich einiges. Es fanden sich immer wieder Mäzene, die den Verein unterstützten, der im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Veranstaltern immerhin zwei Drittel seiner Unkosten durch Mitglieder, Abonnenten und weiteren Besuchern decken konnte. Den verbleibenden Rest übernahm die Stadt. Heute sind die Kosten wesentlich höher.

Nachdem die Stadthalle 1977 fertiggestellt war, bekamen die Konzerte und Theaterveranstaltungen einen neuen würdigen Rahmen. Dank der städtischen Zuschüsse und der großen Resonanz des Publikums, das sich für unvergessene Abende mit wiederkehrenden Besuchen bedankte, konnte die Kulturvereinigung ihr Angebot auf zehn Theatervorstellungen und acht Meisterkonzerte erweitern. Auch zwei Kindertheater und eine Operette standen im Programm.

Es gab auch Pleiten. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und immer neuen verlockenden Kulturangeboten anderer Anbieter ließ das Interesse nach. Zudem machte das Fernsehen mit zusätzlichen Sendern der Live-Bühne Konkurrenz. Star-Gastspiele mussten her, um das Interesse des Publikums wachzuhalten und damit kam auch ein gewisser Snobismus, wie Heinz Kleiter als kritischer Begleiter 1971 anmerkte und feststellte: "Kultur kann man nicht verordnen. Wenn man sie schaffen will, dann muss man ihr dienen."

Anfang der achtziger Jahre zählte die Kulturvereinigung 550 Besucher pro Meisterkonzert, die dem damaligen Vorsitzenden Günther Prégardien zu wenig waren. Es wurden Fragebogen zur Erkundung des Musikgeschmacks verschickt und jungen Nachwuchsmusikern ein Podium geboten, die als Landes- und Bundessieger die Neugierde des Publikums weckten.

Der amtierende Vorsitzende Peter Schreiber nennt die Gründung der Kulturvereinigung die erste große Bürgerinitiative in der Stadt, die diese Aufgabe im Auftrag der Kommune wahrnimmt. Heute, da es für den Konzertbereich nur noch 170 Abonnenten gibt, für die Theaterreihen immerhin noch 270 Abos verkauft werden, würde sich Peter Schreiber über Besucherzahlen wie vor 40 Jahren glücklich schätzen.

In der Saison 2021/22 stehen jeweils sechs Theaterabende und Meisterkonzerte im Programm. Was davon stattfinden wird und wie viele Besucher gegebenenfalls kommen werden, bleibt abzuwarten. Die von der Pandemie ausgelösten Unwägbarkeiten haben die Lage noch schwieriger gemacht. (Siehe dazu das nachfolgende Interview).

Nur vier Vorsitzende

In den 75 Jahren seit der Gründung kam die Kulturvereinigung mit vier Vorsitzenden aus: Dr. Eduard Tenbaum, Günther Prégardien, Werner Schmich und Peter Schreiber. Bemerkenswert ist auch, dass es in dem langen Zeitraum mit Josef Wetterich, Willi Persch und Gabriele Droste nur drei Geschäftsführer gab.



Die Verpflichtung großer Orchester wird im Rahmen der Meisterkonzerte der Limburger Kulturvereinigung angesichts rückläufiger Abo-Zahlen nicht mehr so oft möglich sein. Das Gastspiel des Staatlichen Sinfonieorchesters Moskau, das im Oktober 2003 in der Josef-Kohlmaier-Halle gastierte, zählt zu den Höhepunkten der Klassiker in der 75-jährigen Vereinsgeschichte.
Foto: Dieter Fluck

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Corona als Beschleuniger für eine Neuausrichtung?

Es war der Kulturvereinigung im September vorigen Jahres gerade noch gelungen, aus ihrem frisch aufgelegten Programm 2020/21 ein Meisterkonzert und einen Theaterabend zu veranstalten. Damals in der Stadthalle unter Abstandsregeln mit wenigen Besuchern. Dann folgte der Paukenschlag des Lockdowns mit dem vorzeitigen Ende. Ein Neubeginn ist selbst im Jahr des 75-jährigen Jubiläums, das die Kulturvereinigung 2021 feiern wollte, nicht abzusehen. Unser Mitarbeiter Dieter Fluck sprach mit dem Vorsitzenden Peter Schreiber über die derzeitige Situation und die Perspektiven des Vereins.

Frage: Herr Schreiber, wie ist die Lage?

Schreiber: "Turnusgemäß begann unsere Spielzeit 2020/21 im letzten September. Wir haben mit Musikern und Veranstaltern Termine in die folgende Spielzeit 2021/22 verschoben. Dank der vom Bund geleisteten Fördermittel sind wir finanziell einigermaßen gut aus der misslichen Lage herausgekommen. Allerdings verzichten wir dieses Mal darauf, unsere Veranstaltungen im Abonnement anzubieten. Wir können in Anbetracht der Unwägbarkeiten Besucher nicht mit Abos binden. Deshalb bieten wir in der bevorstehenden Saison nur Einzelveranstaltungen an."

Frage: Sind Abonnements überhaupt noch zeitgemäß?

Schreiber: "Diese Frage beschäftigt uns schon einige Jahre; denn die Abos werden immer weniger. Wir sehen uns in einer Umbruchphase. Das Konsumverhalten hat sich geändert. Man bindet sich nicht mehr gerne an eine ganze Veranstaltungsreihe. Wir werden Abos wieder anbieten, auch die Schüler-Abos und es gibt natürlich auch den freien Kartenverkauf. Wir werden verstärkt die sozialen Medien für Werbung nutzen, um auch andere Kreise anzusprechen und müssen erst einmal abwarten, wie es nach Corona weiterläuft. Im Januar vorigen Jahres hatten wir die Vorstellung des neuen Programms mit einer Befragung verbunden und interessante Anregungen erhalten, mit denen wir uns jetzt beschäftigen."

Frage: Können sie dazu Beispiele nennen?

Schreiber: "Vielleicht erinnern sie sich an ein Sonntagskonzert, das wir im Frühsommer vorigen Jahres mit der Bigband des Jazzclubs Limburg auf der Insel der Obermühle veranstaltet hatten. Über 300 Besucher waren da. Wir wollten, aber konnten es in diesem Jahr Corona-bedingt nicht wiederholen. Wir versuchen, neue Konzertformate anzubieten, unser Programm für andere Musikrichtungen zu öffnen."

Frage: Das hört sich nach einer Neuausrichtung der Kulturvereinigung in ihrem 75. Jubiläumsjahr an?

Schreiber: "Jetzt kommt es zunächst einmal darauf an, unser fertiges Programm für 2021/22 in ein gutes Fahrwasser zu bringen. Darauf versuchen wir dann aufzubauen. Da war Corona ein Beschleuniger, weil es nicht anders geht und man sich anpassen muss. Im Theaterbereich, der im Abonnement noch relativ gut nachgefragt ist, werden wir nichts ändern. Was die Meisterkonzerte betrifft, so müssen wir eine gesunde Mischung finden. Große Orchester werden wir uns in Anbetracht der steigenden Kosten und rückläufiger Besucherzahlen kaum noch leisten können. Wir waren wir ja jetzt schon mit Kammerkonzerten im kleinen Saal."

Frage: Welche Alternativen bieten sich an?

Schreiber: "Unter Einhaltung der Hygienekonzepte könnten wir uns mehr kurze Veranstaltungen mit weniger organisatorischem Aufwand vorstellen - erschwingliche Konzerte im Freien, gemeinsam mit anderen Trägern. Denkbar wäre, eine Open-Air-Reihe an Samstagvormittagen in der Innenstadt zu etablieren, ebenso Konzerte im Tal Josaphat, auf der Schleuseninsel, im Walderdorffer Hof oder im Schlosshof. Da sind wir sehr offen."

Peter Schreiber, der seit 18 Jahren den Vorsitz in der Kulturvereinigung führt, will mit seinem Vorstand neue Formate im Konzertbereich anbieten und blickt im 75. Jubiläumsjahr optimistisch in die Zukunft.
Das Interview führte Dieter Fluck
Foto: Dieter Fluck

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