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VERANSTALTUNGS-ARCHIV 2009
Januar 2009
Februar 2009
März 2009
April 2009
Mai 2009
Juni 2009
August 2009
September 2009
Oktober 2009
November 2009
Dezember 2009
Januar 2009
THEATERABEND
Mittwoch, 21.01.2009 - 20.00 Uhr:
"GEISTERKOMÖDIE"
Komödie von Noel Coward
Münchner Tournee
Inszenierung: Folke Braband
mit: Volker Lechtenbrink, Jeanette Arndt u.a.
Die "Geisterkomödie" ist eines der auch international erfolgreichsten Stücke des großen Meisters des englischen Boulevardtheaters. Es ist ein mit schwarzem britischem Humor durchsetztes Bühnenstück, welches das Übersinnliche zum Anlass nimmt für verwirrende Ereignisse, spritzige Dialoge und überschäumende Situationskomik.
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Februar 2009
MEISTERKONZERT
Donnerstag, 05.02.2009 - 20.00 Uhr: hr-SINFONIEORCHESTER
Leitung: Lionel Bringuier
Alexandra Soumm, Violine
Programm:
Maurice Ravel: Alborada del gracioso
Edouard Lalo: Symphonie espagnole
Florent Schmitt: La tragédie de Salomé, op. 50 (Suite)
Franz Liszt: Mephisto-Walzer Nr. 2
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Das hr-Sinfonieorchester ist eines der innovativsten
und flexibelsten sinfonischen Ensembles in Deutschland.
Mit seinem breiten stilistischen Repertoire und seinen
vielfältigen Konzert- und CD-Produktionen genießt das
Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks internationales
Renommee. Experimente und Entdeckungen im
Bereich Neuer und Alter Musik und die Zusammenarbeit
mit hochkarätigen Dirigenten und Solisten gehören
dabei ebenso selbstverständlich zu seiner künstlerischen
Arbeit wie zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte.
Lionel Bringuier ist einer der vielversprechendsten in einer
neuen Generation von Dirigenten.
Der junge Franzose war 2005 war Gewinner des 49. Wettbewerbs für Junge Dirigenten in Besançon. Heute ist der kaum 22-Jährige schon »Assistant Conductor« von Esa-Pekka Salonen beim Los Angeles Philharmonic Orchestra. Und auch mit anderen großen Orchestern wie der Staatskapelle Dresden und dem BBC Symphony Orchestra hat Lionel Bringuier bereits erfolgreich gearbeitet. Ihm zur Seite steht in Limburg außerdem die junge Geigerin Alexandra Soumm. Die 1989 geborene Schülerin von Boris Kuschnir, Julian Rachlin und Nikolaj Znaider gewann 2004 den Ersten Preis beim Eurovision-Wettbewerb für junge Musiker und konzertierte bereits erfolgreich u.a. beim Orchestre National de Lyon und dem Israel Philharmonic Orchestra.
Stilgenau durch 400 Jahre Orchesterliteratur
Ein Porträt des hr-Sinfonieorchester
Ein Bürokratieapparat. Beamtenmusiker. Dienst an der Sinfonie nach Sendeplan. Manchmal gibt
es sie noch, diese klassischen Vorurteile gegenüber den Radiosinfonieorchestern. Immerhin, ihre
Qualität war nie umstritten, gerade in Deutschland gehören die RSOs der verschiedenen
Rundfunkanstalten anerkanntermaßen zu den besten Orchestern des Landes. Nur voneinander
unterscheiden konnte man sie nie so recht. Ob WDR, NDR, ob SWR oder BR, so dialektfrei die
Nachrichtensprecher, so klangneutral die Orchester?
In der Mitte Deutschlands, in Frankfurt am Main, arbeitet ein Orchester, das eine ganze Palette
von Dialekten pflegt – jeder musikalischen Epoche ihre eigene Klangsprache. Wenn man das
Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks etwa eine Sinfonie von Joseph Haydn spielen hört,
dann erlebt man einen zeitgemäß schlanken, stilistisch überlegten, ja »authentischen« Klang.
Man hört ventillose Naturtrompeten, Hörner und Pauken nach der Bauart der Wiener Klassik,
gerne auch ein Continuo-Cembalo. Dann tritt das hr-Sinfonieorchester in direkte Konkurrenz zu
jenen Originalinstrumente-Orchestern, die das barocke und klassische Repertoire den
traditionellen philharmonischen Kollegen schon endgültig abgekauft zu haben schienen. Die
wieder entdeckte »Haydn-Sprache« ist dabei nur eine unter vielen in der Spielpraxis des hr-
Sinfonieorchester, wohl aber eine der heute fast überall vergessenen...
Das ganze Portrait finden Sie hier.
Was die Presse über diese Veranstaltung schreibt finden Sie hier!
Gefördert von Kreissparkasse Limburg
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KULTUR AM NACHMITTAG
Dienstag, 17. Februar 2009 - 15.00 Uhr:
Konzert des Ensembles "Alte Musik"
Schüler und Schülerinnen des Landesmusikgymnasiums Montabaur
Werke von Antonio Vivaldi, Georg Philipp Telemann, Marco Uccelini, John Baldwin, Pete Rose und Gerhard Braun
Veranstalter: Kulturvereinigung Limburg
Senioren Union Limburg
Mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Limburg
Veranstaltungsort: Josef-Kohlmaier-Halle, Limburg -Kleiner Saal-
Der Eintritt ist frei. Beitrag zur Kostendeckung erwünscht.
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März 2009
THEATERABEND
Freitag, 06.03.2009 - 20.00 Uhr:
"JEDERMANN"
Stück von Hugo von Hofmannsthal
Das Ensemble Jacob-Schwiers GmbH
Regie: Ellen Schwiers
Co-Regie: Katerina Jacob
mit: Holger Schwiers, Magda Kropiunik, Ellen Schwiers u.a.
Ellen Schwiers trug sich schon geraume Zeit mit dem Gedanken, das Stück vom Sterben des reichen Mannes in Szene zu setzen. Sie fragte sich auch, woher die Renaissance des Stückes kommen mag. Sie schreibt: Wir leben in einer Zeit des Hochkapitalismus, das Geld regiert die Welt, "der Mammon hat uns in der Klau". Vielleicht lässt man sich gerne darauf ein, ein Stück zu sehen, in dem es dem reichen Jedermann überhaupt nichts nützt, wenn es ans Sterben geht, die Truhen voller Gold zu haben, da zählen in der Todesangst plötzlich andere Werte...
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KULTUR AM NACHMITTAG
Dienstag, 9. März 2010 - 15.00 Uhr: Kultur am Nachmittag
Zu einer neuen «Kultur am Nachmittag»-Veranstaltung laden die Kulturvereinigung Limburg und die Senioren-Union der CDU Limburg in die Stadthalle ein. Um 15 Uhr steht eine Lesung mit Musik auf dem Programm. Edgar Allen Poe ist einer der faszinierendsten Dichter des 19. Jahrhunderts. Seine Werke sind Klassiker der phantastischen Literatur. Mit großer stimmlicher Präzision setzt Renate Kohn den Dichter des Grauens in Szene und erweckt die Figuren zum blühenden Leben. Begleitet wird sie von Gert Zimanowski, der mit Saxophon und Kontrabass seine eigenen Improvisationen und Klangbilder spielt.
Veranstalter: Kulturvereinigung Limburg
Senioren Union Limburg
Mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Limburg
Veranstaltungsort: Josef-Kohlmaier-Halle, Limburg -Kleiner Saal-
Der Eintritt ist frei. Beitrag zur Kostendeckung erwünscht.
OPERNFAHRTEN
Samstag, 14. März 2009 - 19.30 Uhr LA BOHEME
Oper von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Frankfurt
60,00 Euro (inkl. Busfahrt)
Anfang 19. Jahrhundert, Weihnachten in Paris: Ein Schriftsteller verbrennt seine Manuskripte, um die Finger des befreundeten Malers zu wärmen. Kälte, Hunger und Armut erschweren das Leben, doch die Künstlergemeinschaft lässt sich nicht entmutigen. Man hofft, lacht und liebt. Marcello und Musetta bilden ein Paar von erotischer Kraft. Fragiler ist die Verbindung zwischen Rodolfo und der schwindsüchtigen Mimì. Rodolfo fürchtet, die Schwerkranke nicht versorgen zu können.
»Ich kenne niemanden, der das Paris dieser Zeit so gut beschrieben hat wie Puccini in La Bohème«, äußerte Claude Debussy. Angeregt von Murgers Episoden-Roman Scènes de la vie de Bohème zeigt sich der Komponist als versierter Lokalkolorist, der dem Publikum atmosphärisch dichte Bilder einer Großstadt vorstellt.
Der junge Koreaner Yonghoon Lee (Rodolfo) gab schon 2007/2008 an der Oper Frankfurt mit seinem Europadebüt als Don Carlo Kostproben seiner Qualitäten als lyrischer Tenor. Diese Partie singt er hier auch in der Saison 2008/2009 wieder. Das ehemalige Ensemblemitglied Maria Fontosh (Mimì) ist dem Frankfurter Publikum z. B. als Gräfin Almaviva und Marguerite in bester Erinnerung. In Stockholm und Paris war sie als Musetta zu hören.
Anmeldeschluss für diese Opernfahrt: 07. Februar 2009
Mehr über das Stück und die Homepage der Oper Frankfurt finden Sie hier.
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MEISTERKONZERT
Freitag, 20.03.2009 - 20.00 Uhr: SÜDWESTDEUTSCHES KAMMERORCHESTER PFORZHEIM
Leitung: Sebastian Tewinkel
Solist: Gabor Boldoczki, Trompete
Programm:
Antonio Vivaldi: Sinfonie G-Dur für Streicher
und B. c., RV 146
Antonio Vivaldi: Konzert F-Dur op. 3,
Nr. 3 für Trompete, Streicher und B. c.
Georg Friedrich Händel: Concerto Grosso
d-Moll, op. 6 Nr. 10
Jiri Neruda: Konzert Es-Dur für Trompete,
Streicher und B. c
Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento
F-Dur, KV 138
Ottorino Respighi: Antiche Danze ed Arie (Suite Nr. 3)
für Streichorchester
Georg Friedrich Händel: Suite D-Dur für Trompete,
Streicher und B. c.
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Ein frischer und packender musikalischer Zugriff
und stilistische Vielfalt von der Alten bis zur Neuen Musik
sind die Erkennungszeichen des Südwestdeutschen
Kammerorchesters Pforzheim. Gegründet wurde das
Orchester im Jahr 1950 von dem Hindemith-Schüler
Friedrich Tilegant. Rasch fand das Ensemble internationale
Anerkennung und war bald bei den Festspielen
in Salzburg, Luzern und Leipzig und auf weltweiten
Konzertreisen mit musikalischen Größen wie Maurice
André, Dietrich Fischer-Dieskau, Frans Brüggen und
Yehudi Menuhin zu hören. Nach dem allzu frühen
Tod des Gründers 1968 wurde das Orchester vor allem
durch den Wiener Paul Angerer und den aus der großen
tschechischen Musiktradition stammenden Vladislav
Czarnecki geprägt. Seit 2002 wirkt der junge deutsche
Dirigent Sebastian Tewinkel als neuer Künstlerischer
Leiter. Auf seinem Erfolgsweg hat das Südwestdeutsche
Kammerorchester neben etlichen Rundfunkaufnahmen
fast 200 Schallplatten und CDs eingespielt.
SEBASTIAN TEWINKEL
Geboren 1971 in Unna/Westfalen, studierte Sebastian Tewinkel zunächst Violine und Dirigieren in Hannover. Anschließend absolvierte er ein künstlerisches Aufbaustudium Dirigieren bei Thomas Ungar an der Musikhochschule Stuttgart, das er mit Auszeichnung abschloss und durch Meisterkurse bei Gianluigi Gelmetti und Sir Colin Davis ergänzte.
Sebastian Tewinkel wurde mit dem Stipendium der Herbert-von-Karajan-Stiftung Berlin ausgezeichnet und in das Förderprogramm "Dirigentenforum" des Deutschen Musikrates aufgenommen. Im Jahr 2000 erhielt er den 1. Preis beim Internationalen Dirigierwettbewerb in Lissabon und 2001 den Bad Homburger Dirigentenpreis. Früh stand er bereits am Pult renommierter Orchester (Stuttgarter Philharmoniker, Radio-Philharmonie Hannover des NDR, Philharmonisches Staatsorchester Halle, Sinfonieorchester Sofia, Münchener Kammerorchester u.a.) und gastierte in vielen europäischen Ländern, Russland und Japan.
Seit der Konzertsaison 2002/2003 wirkt Sebastian Tewinkel als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Daneben wurde er als Gastdirigent zu Konzerten, CD- und Rundfunkproduktionen u.a. mit dem Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart, dem Orquestra Metropolitana Lissabon, dem Philharmonischen Orchester St. Petersburg, der Neuen Philharmonie Westfalen, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und den Festival Strings Lucerne verpflichtet.
Gabor Boldoczki
Bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit präsentiert die Kulturvereinigung einen ECHO-PREISTRÄGER des Jahres 2008:
"Leichtzüngige Artikulation, höchste Beweglichkeit, extrem sicherer Ansatz, Koloraturkunst ... ein Solist von solchem Rang veredelt jedes Musikwerk", so titelten die Salzburger Nachrichten bei seinem umjubelten Debüt im Rahmen der Salzburger Festspiele 2004.
Der 1976 im ungarischen Szeged geborene und in Kiskörös aufgewachsene Gábor Boldoczki ist mit seinem Trompetenspiel die Ausnahmeerscheinung seiner Generation. So verwundert es nicht, daß die Süddeutsche Zeitung Gábor Boldoczki inzwischen als "würdigen Nachfolger" von Maurice André bezeichnet. Auch die internationale Presse feiert ihn bereits als grandiosen Trompetenvirtuosen.
Bereits mit 14 Jahren erhielt der junge Ausnahmetrompeter beim Nationalen Trompetenwettbewerb in Zalaegerszeg den 1. Preis und begann nach den Studien am Leo Weiner Konservatorium, an der Musikhochschule Franz Liszt in Budapest und in der Meisterklasse von Professor Reinhold Friedrich seine internationale Solokarriere. Der endgültige Durchbruch gelang ihm als Gewinner des bedeutenden Internationalen Musikwettbewerbs der ARD in München und als 1. Preisträger des 3. Internationalen Maurice André Wettbewerbs, dem Grand Prix de la Ville de Paris.
"Seine technische Perfektion sowie künstlerische Reife sind überwältigend", so urteilte die Jury, als ihm im August 1999 der begehrte Nachwuchspreis Prix Davidoff von der Reemtsma-Stiftung verliehen wurde. Im Oktober 2002 folgte der international renommierte Prix Young Artist of the Year. Nach der Auszeichnung als Nachwuchskünstler des Jahres durch die Deutsche Phono Akademie im Oktober 2003 erhielt Gábor Boldoczki im Oktober 2008 erneut den Echo Klassik in der Sparte Instrumentalist des Jahres...
Ein außergewöhnlicher Musikabend, den Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten! Karten erhalten Sie schnell, einfach und sicher hier.
Was die Presse über diese Veranstaltung schreibt finden Sie hier!
Gefördert von JuCad - Exclusive Titan-Golfcaddys
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LITERATURDINNER
Literaturdinner am 21. März 2009 im Dom-Hotel/Limburg
Gerade erst hat die Advents- und Weihnachtszeit angefangen und bis zum Frühjahr dauert es noch ein wenig. Dennoch ist es an der Zeit, auf ein besonderes Ereignis hinzuweisen. Der Arbeitskreis Lichfield im Partnerschaftsverein Limburg e. V. veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Kulturvereinigung Limburg und den Buchhandlungen Schaefer und Witzelsburger zum ersten Mal ein Literatur-Dinner.
Der Anlass ist der 300. Geburtstag von Dr. Samuel Johnson, der in Lichfield geboren wurde und dort gelebt hat. Johnson war Schriftsteller, Lexikograph und der Literaturpapst des 18ten Jahrhunderts. Er war geistreich, umfassend gebildet, schlagfertig und humorvoll. Dies faszinierte einen jungen Mann namens James Boswell so sehr, dass er Johnson überall hin begleitete und akribisch alles festhielt. So entstand (lt. Diogenes-Verlag) die "berühmteste Biographie der Weltliteratur". Im Dezember dieses Jahres kommt die deutsche Übersetzung heraus.
Im Übrigen ist Dr. Johnson nach Shakespeare der am meisten zitierte Autor in der englischsprachigen Welt. Man spricht auch von einer "Johnsonzeit".
Nächstes Jahr finden in ganz England, vor allem in Lichfield, Oxford und London, Feierlichkeiten statt so wie überall auf der Welt, wo es die John-son-Society gibt. Literatur-Dinner gibt es in England sehr häufig - in Lichfield jedes Jahr.
Aus diesem besonderen Anlass findet ein Literatur-Dinner am 21. März 2009 im Dom-Hotel in Limburg statt.
Dazu wird Mr. Ralph James von der Johnson-Society, Lichfield, erwartet. Er wird aus dem Johnson-Werk lesen und auch ein brandneues Buch
über Lichfield vorstellen.
Ein wirklicher Glücksfall ist, dass die Veranstalter den sehr gefragten und bekannten Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher Jürgen Thormann aus Berlin gewinnen konnten. Er wird aus dem Besteller von Alan Bennett "Die souveräne Leserin" lesen und anschließend Bücher signieren. Einer der Höhepunkte des Abends!!!
Thormann ist die ständige Stimme von Michael Caine und Peter O'Toole. Bekannt wurde er auch durch "Jakob und Adele" und vieles andere. 2007 wurde er mit einem Award für seine herausragende Arbeit als Synchronsprecher ausgezeichnet.
Daneben gibt es eine Tombola (1. Preis eine Reise nach Lichfield im September 2009 - 4 Tage).
U. a. hat sich der Bürgermeister von Limburg, Herr Martin Richard, als Pate zur Verfügung gestellt.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Literaturdinner!
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THEATERABEND
Mittwoch, 25.03.2009 - 20.00 Uhr:
"SCHACHNOVELLE"
Schauspiel nach der gleichnamigen
Novelle von Stefan Zweig
Dramaturgische Fassung von Helmut Peschina
Konzertdirektion Landgraf
Regie: Frank Matthus
mit: Gerd Silberbauer, Daniel Pietzuch u.a.
Ein Schulklassiker wurde Zweigs populärstes Meisterwerk. Generationen haben den bis zur letzten Sekunde effektvollen, fesselnden Schachkrimi verschlungen. Das Werk wurde in 35 Sprachen übersetzt. Die Handlung spielt 1938 auf einem Passagierdampfer zwischen New York und Buenos Aires. Zwei Schachspieler, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, werden miteinander konfrontiert.
Inhalt
In der perfekt gebauten, spannenden und psychologisch überzeugenden Novelle werden zwei Schachspieler miteinander konfrontiert, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Der eine ist Dr. Bertram, ein prominenter Anwalt aus einer hochangesehenen, altösterreichischen Familie, der andere der Schachweltmeister Mirko Czentovic, dessen Unbildung auf allen Gebieten gleich universell ist. Bei dem Sohn eines südslawischen Donauschiffers war zufällig die außergewöhnliche Begabung zum Schachspielen entdeckt worden.
Auf einem Passagierdampfer auf der Fahrt von New York nach Buenos Aires ist eine bunte Gesellschaft aus Abenteurern und Emigranten versammelt. Unter ihnen auch der arrogante Schachweltmeister Mirko Czentovic, der die Aufmerksamkeit des geltungsbedürftigen Industriellen McConnor erregt. Er will ihn unbedingt zu einer Partie Schach herausfordern. Gegen ein Honorar ist der Weltmeister bereit.
Der anberaumte Wettkampf zwischen ihm und dem gelangweilt spielenden Meister endet vorhersehbar mit der totalen Niederlage McConners und der ihn eifrig unterstützenden Passagiere. Auch beim Revanchespiel ist Czentovic hoch überlegen, bis ein Passagier – es ist Dr. Bertram – unvermutet in die Partie eingreift und die sichere Niederlage ein unerwartetes Remis verwandelt. Da sie ihn für einen erfahrenen Schachspieler halten, überreden McConnor und alle Hobbyspieler Bertram zu einem Zweikampf mit dem Weltmeister. Bertram erzählt dem Mitreisenden Dr. Hartl, wie er zum Schachspiel kam: Die Gestapo hatte ihn verhaftet, um Informationen über den Verbleib von Geldern österreichischer Klöster zu erhalten, die er als deren Vermögensverwalter in Sicherheit gebracht hatte. Er, der hochintelligente Mensch, wird durch die Isolationshaft völlig zermürbt. Schon fast bereit zu einem Geständnis, gelingt es ihm eines Tages, im Vorraum des Verhörzimmers ein Buch unbemerkt aus der Manteltasche eines Offiziers zu stehlen. Zu seiner Enttäuschung ist es kein Roman, sondern ein Schachrepetitorium mit über 150 Meisterpartien der Schachgeschichte. Der Faszination des Spiels verfallend, benutzt er die Karos seiner Bettdecke als Brett, formt sich aus Brotkrumen Figuren und spielt die Partien nach, bis er sie auswendig kennt. Die Psychofolter der Isolation kann ihm – zum Erstaunen seiner Bewacher – nichts mehr anhaben. Als das Buch eines Tages entdeckt und ihm weggenommen wird, beginnt er wie in Trance im Kopf eigene Partien zu erfinden. Schach wird ihm immer mehr zur Manie. Die Sucht führt zu einer inneren Spaltung in ein Weiß-Ich und ein Schwarz-Ich. Die Figuren rotieren in seinem Kopf, bis sie schließlich über ihm zusammenstürzen.
Nach seinem Nervenzusammenbruch erwacht er neun Tage später im Krankenhaus. Der behandelnde Arzt, der die Gestapo von Bertrams Unzurechnungsfähigkeit überzeugen konnte, erreichte daraufhin Bertrams Freilassung und Ausreise. Beim Abschied warnt er ihn eindringlich davor, jemals eine Schachfigur anzufassen, da die Gefahr eines Rückfalls besteht.
Bertram, der Schach immer nur in seiner Phantasie gespielt hat, wagt erstmals eine reale Schachpartie. Obwohl ihn, der binnen Sekunden seine Figuren zieht, die Langsamkeit mit der sein Spielpartner die Züge ausführt, sichtlich zermürbt, gelingt es ihm, die erste Partie zu gewinnen und ist sofort – gegen Hartls Rat – zu der gewünschten Revanche bereit. Der Weltmeister nutzt es aus, dass Dr. Bertrams Anspannung und innere Erregung ständig wächst, und er immer nervöser wird, je länger er auf den nächsten Zug warten muss. Als Hartl merkt, dass Bertram wieder beginnt in seinem Kopf fieberhaft mehrere Spiele gleichzeitig zu spielen, bricht er die Partie ab und kann so einen neuerlichen Zusammenbruch Dr. Bertrams verhindern. Czentovic, der noch einen Blick auf die halbbeendete Partie wirft, sagt großmütig: Der Angriff war gar nicht so übel. Für einen Dilettanten sogar ungewöhnlich begabt.
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Fotos von Bernd Böhner
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April 2009
MEISTERKONZERT
Dienstag, 21.04.2009 - 20.00 Uhr: PHILHARMONIA QUARTETT BERLIN
Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett in d-Moll
Dmitrij Schostakowitsch: Streichquartett in B-Dur, op. 92
Robert Schumann: Streichquartett Nr. 2 in F-Dur, op. 41
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"Four of the best", so bezeichnete die Londoner
Presse das Philharmonia Quartett Berlin nach seinem
Debut in der Wigmore Hall. Lord Yehudi Menuhin fügte
hinzu: „I’d like to hear music always played as beautifully
as you play.“ Das vielseitige und entdeckungsfreudige
Repertoire des Ensembles umfasst inzwischen
mehr als hundert Werke. Es lebt zum einen von der
unerschöpflichen künstlerischen Auseinandersetzung
mit den Klassikern – und auch jenen des 20. Jahrhunderts
–, zum anderen aber vom Engagement für seltener
zu hörende Streichquartette. Der Primarius des Philharmonia
Quartetts Berlin, Daniel Stabrawa, kam 1983
aus seiner Heimatstadt Krakau zu den Berliner Philharmonikern
und avancierte drei Jahre später zum Ersten
Konzertmeister. Sein Kollege, Christian Stadelmann,
ist seit 1987 Erster Stimmführer der zweiten Violine.
Neithard Resa spielt seit 1978 als Erster Solo-Bratscher
im Berliner Philharmonischen Orchester. Diese exzellente
Besetzung begeisterte jüngst sogar Papst Benedikt
XVI. im Rahmen eines privaten Einladungskonzertes
und in der Carnegie Hall in New York das Konzertpublikum
beim Auftaktkonzert der Welttournee 2008.
Bis zum plötzlichen Tode des Cellisten Jan Diesselhorst im Februar 2009 spielte das Philharmonia Quartett Berlin in unveränderter Besetzung. Seinen Platz hat nun Dietmar Schwalke eingenommen, mit dem das Quartett seine außergewöhnliche Kultur des Zusammenspiels und der klanglichen Homogenität auf den Podien in aller Welt erneut unter Beweis stellt.
Die Besetzung:
Daniel Stabrawa wurde 1955 in Krakau geboren und ist der erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. Er ist Preisträger bedeutender internationaler Wettbewerbe und wurde nach Abschluss seiner Ausbildung bei Prof. Zbigniew Szelezer 1979 Konzertmeister des Krakauer Rundfunkorchesters. 1983 kam er zu den Berliner Philharmonikern, wo er 1986 noch unter Herbert von Karajan zum ersten Konzertmeister berufen wurde. Daniel Strabawa tritt regelmäßig solistisch mit dem Berliner Philharmonischen Orchester auf, bereist neben vielen europäischen Ländern auch Asien und Amerika und gab mit seiner Frau, der Pianistin Elzbieta Stabrawa, zahlreiche Sonatenabende in aller Welt. Dabei gilt sein besonderes Engagement der Musik seines Landsmannes Karol Szymanowski.
Seit 1994 engagiert sich Daniel Stabrawa zunehmend als Dirigent und hat mit der Spielzeit 1995/96 die Leitung der Capella Bydgostiensis (Bromberg) übernommen.
Der Berliner Christian Stadelmann ist das jüngste Mitglied des Quartetts. Er erhielt seinen ersten Unterricht bei Prof. Charlotte Hampe. Sein Studium absolvierte er an der Hochschule der Künste bei Prof. Thomas Brandis. Christian Stadelmann war Preisträger bei diversen Wettbewerben und Gründungsmitglied der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Nach einigen Jahren bei der Jungen Deutschen Philharmonie trat er 1985 in das Berliner Philharmonische Orchester ein, wo er seit 1987 Stimmführer der zweiten Violinen ist.
Neithard Resa ist ebenfalls gebürtiger Berliner und studierte zunächst Violine bei Prof. Michael Schwalbe bevor er nach Köln zu Prof. Max Rostal wechselte. Seinem Konzertexamen konnte er als Stipendiat des DAAD ein Studium in den USA bei Michael Tree (Guarneri Quartett) anschließen. 1978 war er Preisträger beim Wettbewerb des Deutschen Musikrates und Teilnehmer der Bundesauswahl "Konzerte junger Künstler". Noch im gleichen Jahr kam er dann als Solobratscher zu den Berliner Philharmonikern.
Dietmar Schwalke wurde 1958 in Pinneberg geboren und erhielt seinen ersten Cellounterricht mit zwölf Jahren. Er studierte zunächst in Hamburg bei Arthur Troester, dann bei Wolfgang Boettcher in Berlin und ergänzte seine Studien bei Pierre Fournier. 1981 debütierte er in der Berliner Philharmonie mit dem Cellokonzert von Robert Schumann und dem RSO Berlin. Bevor er 1994 zu den Berliner Philharmonikern kam, war er sechs Jahre Cellist im Kreuzberger Streichquartett und ist seit 2009 Mitglied des Philharmonia Quartetts Berlin.
Gefördert von MNT Revision und Treuhand GmbH

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THEATERABEND
Donnerstag, 23.04.2009 - 20.00 Uhr:
"BLUTHOCHZEIT"
Schauspiel von Federico Garcia Lorca
Neuübersetzung von Carlos Garcia Piedra
Landesbühne Rheinland Pfalz/Kleines Theater Bad Godesberg
Regie: Christos Nicopoulos
Ein Stück über eine verlorene Liebe - geschrieben 1928
Eine Hochzeit steht an und damit die Möglichkeit, eine Tradition von Blutrache zweier Familien zu beenden.
Aber, wie der Titel schon sagt, endet die Hochzeit blutig, denn die Braut verlässt mit ihrem früheren Verlobten die Feier und verliert am Ende beide, ihren Ehemann und ihren Geliebten.
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Mai 2009
PODIUM JUNGER KÜNSTLER
Sonntag, 10. Mai 2009 - 18.30 Uhr: Liederabend mit dem Tenor Julian Prégardien und dem Pianisten Götz Payer
Werke von Beethoven, Schubert, Schumann, Schreker
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Internationaler Flair beim "Podium junger Künstler" am Sonntag, 10. Mai. Julian Prégardien und Götz Payer laden gemeinsam mit der Kulturvereinigung Limburg, dem Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn und der Kreissparkasse Limburg zu einem Liederabend in die Kreismusikschule Limburg ein.
Julian Prégardien begann seine musikalische Laufbahn im Alter von 7 Jahren bei den Limburger Domsingknaben. Nach dem Stimmbruch wechselte er zum Limburger Domchor und wurde dann auch bald Mitglied bei Cantabile Limburg. In beiden Ensembles sang er bis zum Beginn seines Gesangstudiums an der Musikhochschule Freiburg im April 2005. Dieses Studium wird Prégardien im kommenden Sommer vorzeitig abschließen, um einen Ensemblevertrag an der Frankfurter Oper anzutreten.
Als Konzertsänger genießt er bereits schon heute internationales Renommée. Höhepunkte waren Auftritte wie im Prinzregententheater München und in der Laeiszhalle Hamburg, im Theater an der Wien und dem Concertgebouw Amsterdam.
Der aus Stuttgart stammende Götz Payer begann seine musikalische Laufbahn im Stuttgarter Hymnus-Knabenchor. Der damalige Leiter des Chores, Gerhard Wilhelm, wurde sein erster Klavierlehrer. Nach Studien der Literaturwissenschaft und Philosophie in Stuttgart absolvierte er ein Studium für Musikerziehung Klavier an der Musikhochschule Lübeck. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er ebenfalls in Lübeck bei Prof. Konrad Elser und anschließend im Fach Liedbegleitung bei Irwin Gage an der Hochschule in Zürich. Er ist Stipendiat des DAAD und Mitglied des Förderprogramms Yehudi Menuhin Live Mu-sic Now.
Prégardien und Payer arbeiten seit Sommer 2008 zusammen. Gemeinsam gestalteten sie auf der Insel Rügen einen Liederabend der virtuos von den beiden Musikern dargeboten wurde. Prégardiens Stimme begeisterte gleichermaßen wie Payers Klavier-Darbietungen. Auch in Limburg beim "Podium junger Künstler" tritt das Duo mit einem Liederabend auf. Zu hören sind lyrische Stücke von Beethoven, Schubert, Schuhmann & Schreker.
Infos über Julian Prégardien finden Sie hier.
Ort: Saal der Kreismusikschule
In den Klostergärten 11
Veranstalter:
Kulturvereinigung Limburg e. V.
Kreismusikschule Limburg
Magistrat der Stadt Limburg, Abt. Kulturförderung
Kreissparkasse Limburg
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OPERNFAHRT
Sonntag, 10. Mai 2009 - 19.00 Uhr LUCIA DI LAMMERMOOR
Oper von Gaetano Donizetti
Frankfurt
60,00 Euro (inkl. Busfahrt)
Mord, Wahnsinn und Freitod sind die Folgen der Intrige des eigenen Bruders, an denen die Titelheldin zerbricht. Lucia flüchtet in ihre eigene, ver-rückte Welt vor einer Männergesellschaft, die wahre Gefühle nicht zulässt. Emotionale Extremzustände prägen Donizettis tragische Oper, die nach Sir Walter Scotts populärem Roman von 1819 entstanden ist. In seinem Libretto vernachlässigt Salvatore Cammarano die politische Vorgeschichte des Konflikts zwischen den Ashtons und Ravenswoods und reduziert das komplexe Beziehungsgeflecht des Romans auf die Konflikte zwischen Enrico Ashton, seiner Schwester Lucia und deren Geliebten Edgardo.
Zwischen dem katholischen Adelsgeschlecht der Ravenswoods und der protestantischen Familie Ashton herrscht Feindschaft. Während Edgardo, der letzte Spross des Hauses Ravenswood, verarmt ist, sind die Ashtons zur Macht gekommen. Edgardo macht Enrico Ashton für den Tod seines Vaters verantwortlich. Enrico erzwingt die Heirat seiner Schwester Lucia mit dem einflussreichen Lord Bucklaw, um bei Hofe wieder Einfluss zu gewinnen. Lucia aber liebt Edgardo und wird zwischen den Fronten zerrieben.
Von den romantischen Zügen der Vorlage angezogen, fokussiert sich Donizetti auf die nuancierte Charakterisierung einer untereinander verfeindeten, brutalen Männergesellschaft und auf ihr Opfer, Lucia. Donizettis berühmteste Partitur stellt die Verzierungskunst des Belcanto in den Dienst des Seelendramas und zählt zu den Höhepunkten der Epoche.
Mehr über das Stück und die Homepage der Oper Frankfurt finden Sie hier.
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THEATERABEND
Freitag, 15.05.2009 - 20.00 Uhr:
"DER NACKTE WAHNSINN"
Komödie von Michael Frayn
Tourneetheater Thespiskarren
Inszenierung: Manfred Langner
mit: Renan Demirkan, Ulrike Mai, Jürgen Mai u.a.
Ein gestresster Regisseur steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Mit einer Gruppe dilettantischer Schauspieler versucht er ein neues Stück einzustudieren, die Premiere naht und alles geht schief. Die Generalprobe wird zum Fiasko. Die turbulente Persiflage auf den Theaterbetrieb zeigt gnadenlos, was Theater sonst lieber verschweigt. Dieses erfolgreiche Stück wurde allein in Deutschland schon über 130mal inszeniert, verfilmt wurde es mit Christopher Reeve und Michael Caine.
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Juni 2009
OPERNFAHRT
Samstag, 06. Juni 2009 - 19.30 Uhr DIE VERKAUFTE BRAUT
Komische Oper in drei Akten von Bedrich Smetana
Darmstadt
50,00 Euro (inkl. Busfahrt)
Weil der reichere Micha dem ärmeren Kruschina einmal Geld geliehen hatte, haben beide schon vor langer Zeit die Vereinbarung getroffen, dass ihre Kinder dereinst heiraten sollen. Nun hat sich Marie, Kruschinas Tochter, aber in Hans verliebt, einen Fremden, dessen Herkunft niemand kennt. Micha hat unterdessen den Heiratsvermittler Kecal eingeschaltet, um die Ehe zwischen seinem Sohn und Kruschinas Tochter auf den Weg zu bringen. Als Kecal Hans für die Abtretung seiner Braut Geld bietet, treibt dieser die Summe geschickt in die Höhe und besteht zudem darauf, auf Marie nur zugunsten des Sohnes von Micha verzichten zu wollen. Kecal akzeptiert, und der Handel ist perfekt: Für 300 Gulden verkauft Hans seine Braut an den Sohn des Bauern Micha. Derer gibt es allerdings zwei …
Obwohl er ganz aus eigener Erfindung komponiert, gelingt es Smetana in seiner Verkauften Braut, die bis heute als tschechische Nationaloper gilt, einen authentischen Volkston zu treffen. Ursprünglich als „Singspiel“ konzipiert, bestand die erste Fassung noch aus einzelnen Nummern, die durch gesprochene Dialoge verbunden waren. Erst nach mehreren Überarbeitungen, der nachträglichen Komposition überleitender Rezitative und der Hinzufügung der drei berühmten Tänze – Polka, Furiant und Tanz der Komödianten – hat das Werk seine endgültige Gestalt erlangt, in der es bis heute zum unverzichtbaren Repertoire jedes Operntheaters gehört.
Mehr über das Stück und die Homepage des Staatstheater Darmstadt finden Sie hier.
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KULTUR AM NACHMITTAG
Dienstag, 16. Juni 2009 - 15.00 Uhr:
Multimediaschau: China - Geheimnisvolles Land der Mitte
Veranstalter: Kulturvereinigung Limburg
Senioren Union Limburg
Mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Limburg
Veranstaltungsort: Josef-Kohlmaier-Halle, Limburg -Kleiner Saal-
Der Eintritt ist frei. Beitrag zur Kostendeckung erwünscht.
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August 2009
OPERNFAHRT
Sonntag, 02.08.09 - 19.00 Uhr: Russische Serenade
Sasha Rozhdestvensky, Violine
Ort: Kloster Eberbach, Kreuzgang
Wiesbaden
60,00 Euro (inkl. Busfahrt)
Chamber Orchestra Kremlin
Misha Rachlevsky, Leitung
Wassilij Kalinnikow
Serenade für Streicher
Peter Tschaikowski
Souvenir d'un lieu cher, Walzer-Scherzo op. 34
Alexander Glasunow
Adagio aus "Raymonda"
Peter Tschaikowski
Souvenir de Florence op. 70
Sie lassen tief in die "unergründliche Seele Russlands" blicken: Sasha Rozhdestvensky und das Chamber Orchestra Kremlin unter der Leitung von Misha Rachlevsky. Mit ihrem ausdrucksstarken Konzertprogramm werden sie ihr Publikum an der erhabenen Klangwelt der russischen Musik teilhaben lassen, die insbesondere durch den Komponisten Peter Tschaikowski weltberühmt wurde. Sasha Rozhdestvensky interpretiert zwei seiner Meisterwerke für Violine und Orchester - Walzer-Scherzo op. 34 und "Souvenir d'un lieu cher". Namhafte Künstlergrößen wie Yehudi Menuhin oder der legendäre Violinist Ivry Gitlis äußerten sich enthusiastisch über den jungen russischen Geigenvirtuosen. Voll des Lobes würdigen sie seine musikalische Betrachtungsweise sowie seine starke, höchst intelligente und sensible Beziehung zur Violine. Er sei einer der talentiertesten und gebildetsten Violinisten seiner Generation, so Menuhin.
Shuttle-Bus-Service
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September 2009
OPERNFAHRT
Sa. 26. September 2009 - 17.00 bis 22.30 Uhr DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG
Oper von Richard Wagner
Köln
60,00 Euro (inkl. Busfahrt)
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Oktober 2009
KULTUR AM NACHMITTAG
Dienstag, 20. Oktober 2009 - 15.00 Uhr: Ensemble "Amaryllis"
mit Nadja Jamiro - Mezzo-Sopran, Dorothée Laux - Sopran, Martin Reuß - Gitarre und Roland Ruck - Kontrabass
Werke von: Brahms, Offenbach, Mozart, Schubert, Hammerschmid, Moser, Piaf u.a.
Mehr über das Ensemble "Amaryllis" finden Sie hier.
Veranstalter: Kulturvereinigung Limburg
Senioren Union Limburg
Mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Limburg
Veranstaltungsort: Josef-Kohlmaier-Halle, Limburg -Kleiner Saal-
Der Eintritt ist frei. Beitrag zur Kostendeckung erwünscht.
THEATERABEND
Mittwoch, 30.09.2009 - 20.00 Uhr:
BERLIN ALEXANDERPLATZ:
Von Alfred Döblin
Theater Greve GmbH
Inszenierung : Manfred H. Greve
mit Peter Rauch, Nele Holinderbäumer, Karin Kiurina u.a.
Man schreibt das Jahr 1927. Franz Biberkopf, der aus dem Gefängnis entlassen
wird, möchte als ehrlicher Mann ins Leben zurückfinden. Berlin selbst wird zum
Gegenspieler des gutmütig-jähzornigen Franz Biberkopf, der dieser verlockenden,
aber auch unerbittlichen Welt zu trotzen versucht. Hier wird nicht nur ein
Einzelschicksal analysiert, sondern das kollektive Geschehen, das Allgemeine der
menschlichen Situation in einer Zeit, welche der heutigen sehr ähnelt.
Das Werk zählt zu den großen Stoffen unserer Zeit.
Was die Presse über die Veranstaltung schrieb
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Oktober 2009
THEATERABEND
Montag, 19.10.2009 - 20.00 Uhr:
TANNÖD
Ein Kriminalfall von Andrea Maria Schenkel
Eurostudio Landgraf
Bühnenfassung von Maya Fanke und Doris Happl
Regie: Maja Fanke
mit Hartmut Volle, Thomas Heller, Jörg Walter, Susanne Rögner, Karin Oehme, Katrin Griesser u.a.
Die 20 Rollen des Stückes werden von 8 Schauspielern gespielt.
Andrea Maria Schenkel hat in ihrem Debütroman diesen wahren Kriminalfall aus
dem Jahr 1922 aufgegriffen. Eine ganze Familie wurde im bayrischen
Hinterkaifeck erschlagen, das Verbrechen ist bis heute unaufgeklärt. Trotz
wiederholter Festnahmen wurde nie ein Täter gefunden, die Akten hat man 1955
geschlossen, aber noch 1986 gab es letzte Vernehmungen. Die spannungsreiche
Aufführung macht das Grauen lebendig und zieht die Zuschauer in ihren Bann.
Andrea Maria Schenkel erhielt für ihren sensationellen Romanerstling 2007 den Deutschen Krimipreis und den Friedrich-Glauser-Preis
(Debüt), den wichtigsten Krimipreis im deutschsprachigen Raum. Bereits 2006 führte sie die Krimi-Welt-Bestenliste an.
Regisseurin Maya Franke ist Autorin der beklemmenden Bühnenfassung und hat bei dieser Produktion selbst die Regie übernommen. Doris Happl, Co-Autorin der Bühnenfassung ist bekannt durch viele Arbeiten an renommierten Landesbühnen in Wien, Innsbruck, Beregenz und Zürich.
Einer der bekanntesten österreichischen Jazzmusiker, Christian Wegscheider, hat eigens für "Tannöd" die Musik komponiert. Neben vielen Preisen war er auch zwei Jahre lang der musikalische Leiter am Schauspielhaus Innsbruck und spielt mit Musikern wie Andy Middleton, Pepe Lienhard u.a.
Was die Presse über die Veranstaltung schrieb
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MEISTERKONZERT/p>
Fr. 23.10.2009 - 20.00 Uhr:
SÜDDEUTSCHER KAMMERCHOR
Christoph Prégardien – Tenor „Erzähler“
Tina Scherer – Sopran „Rose“
Sibylla Müller – Mezzosopran
Elvira Bill – Alt
Julian Prégardien – Tenor
Michael Dahmen – Bass
Thomas Schütz – Bass
Michael Gees – Klavier
Robert Schumann: "Der Rose Pilgerfahrt" op. 112
Märchen nach einer Dichtung von Moritz Horn für Solostimmen, Chor und Klavier.
Der Süddeutsche Kammerchor wurde 1973 gegründet. Konzertreisen führten das Vokalensemble bisher durch viele europäische Länder und nach Israel, Kanada und die USA. Für die nächsten Jahre bestehen Einladungen nach Israel und Hongkong. Neben der Darstellung der großen Oratorien konzentriert sich die Arbeit des Chores auf weniger bekannte Werke aller Epochen aus dem Bereich der A Cappella-Literatur. Der Süddeutsche Kammerchor musiziert in verschiedenen Besetzungsgrößen, die den Erfordernissen der jeweiligen Komposition angepasst werden. In seinem Kern besteht der Chor aus jungen professionellen Sängern, die auch solistisch tätig sind. Der Chor wird von Gerhard Jenemann geleitet, der außerdem auch die Vokalsolisten Frankfurt, ein Ensemble professioneller Konzert- und Opernsänger, dirigiert und als Dozent für Chorleitung am Richard-Strauss-Konservatorium in München tätig ist.
Mehr Informationen über:
Süddeutscher Kammerchor
Tina Scherer
Christoph Prégardien
Julian Prégardien
Michael Gees
Das Programm des Abends sowie Informationen über die Künstler erhalten Sie hier!
Gefördert von Kreissparkasse Limburg

Was die Presse über die Veranstaltung schrieb
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OPERNFAHRT
Sa. 31. Oktober 2009 - 19.30 Uhr L'ITALIANA IN ALGERI
Oper von von Gioachino Rossini
Köln
60,00 Euro (inkl. Busfahrt)
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November 2009
PODIUM JUNGER KÜNSTLER
Sonntag, 15. November 2009: Theresa Wagner
Sopran mit Pianistenbegleitung
Die Mezzosopranistin Theresa Wagner stammt aus Elbtal und begann 1994 ihre musikalische Ausbildung an der Kreismusikschule Limburg mit Klavierunterricht bei Herrn Christoph Hinz. Ferner nahm sie ab 1999 Gesangsunterricht bei Frau Nadja Jamiro und von 2001 bis 2002 Klarinettenunterricht bei Günter Dedy-Stibani. Im Oktober 2002 begann sie ihr Lehramtsstudium für Gymnasium/Gesamtschulen mit den Fächern Musik und Englisch an der Musikhochschule und der Universität in Köln. Dazu kam der Diplomstudiengang Musikpädagogik mit Schwerpunkt Gesang bei Frau Prof. Mechthild Georg im Oktober 2006. Theresa Wagner beendete ihr Studium im Frühjahr 2009 mit dem Diplom in Gesangspädagogik und dem Ersten Staatsexamen und ist seit September 2009 Referendarin am Reinhard-und-Max-Mannesmann-Gymnasium in Duisburg.
Markus Goosmann wurde 1966 in München geboren und durchlief bis zum 18. Lebensjahr eine umfangreiche musikalische Ausbildung in Bonn, die ihm ermöglichte, Instrumentalisten aller Art zu begleiten und Reisen als Fagottist zu unternehmen (Südfrankreich, Israel).
Nach anfänglichen Studien in Köln und einer Ausbildung als Musikinstrumentenmacher studierte Markus Goosmann Klavier und Klavierpädagogik bei Prof. Wieslaw PIEKOS an der Robert - Schumann - Hochschule in Düsseldorf, wo er seine Studien mit dem Künstler- und Lehrerdiplom 2001 abschloss. Markus Goosmann ist frei tätig und unterrichtet an der Musikschule "dal segno" in Willich / Rheinland. Als Pianist begleitete er u. a. das gesamte italienische Liederbuch von Hugo WOLF in kleineren und größeren Städten des Rheinlandes.
Der WDR, für den er auch eigene Beiträge produzierte, strahlte 2003 ein Porträt über seine Arbeit aus.
Das Programm des Abends können Sie sich hier herunterladen!
Ort: Kreismusikschule Limburg
Mehr über den Spielort erfahren Sie hier.
Veranstalter:
Kulturvereinigung Limburg e. V.
Kreismusikschule Limburg
Magistrat der Stadt Limburg, Abt. Kulturförderung
Kreissparkasse Limburg
MEISTERKONZERT
Di. 17.11.2009 – 20.00 Uhr:
ENSEMBLE "CONCERT ROYAL" KÖLN
Bläserensemble auf historischen Instrumenten
Karla Schröter: Barockoboe und Leitung
Eric Douchy, Eva Griesshaber: Barockoboe
Ulrich Ehret: Taille
Rainer Johannsen: Barockfagott
Harald Hoeren: Orgelpositiv
Märchenlesung: Gerhard Fehn
Musik der Hanauer Grafen mit Märchenlesung
Johann Michael Müller
Sonaten für Oboe, Taille und Basso Continuo
Lesungen aus den Märchen der Brüder Grimm
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Die Aufführung von Bläsermusik des 18. Jahrhunderts mit dem originalen Instrumentarium der jeweiligen Epochen und Länder ist das Hauptanliegen des von der Oboistin Karla Schröter 1987 gegründeten Ensembles Concerto Royal, Köln. Hierbei bemüht sich Concerto Royal, Handschriften oder Erstdrucke „neuer Werke“, die seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr zur Aufführung gekommen sind, in Archiven und Bibliotheken ausfindig zu machen, um sie wieder zum Erklingen zu bringen. Das Ensemble tritt in variablen Besetzungen vom Duo bis zur vollen Orchesterstärke auf. Es war u.a. Gast bei Musica Flandrica, Belgien, im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, den Arolser Barockfestspielen, dem Festival Mitte Europa, dem Deutschen Mozartfest, dem Rheinischen Musikfest Aachen.
Das Programm, sowie weitere Informationen über die Künstler können Sie sich hier herunterladen.
Gefördert von Bauunternehmung Albert Weil Limburg
Was die Presse über die Veranstaltung schrieb
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OPERNFAHRT
Sa. 21. November 2009 - 19.30 Uhr AIDA
Oper von Giuseppe Verdi
Darmstadt
50,00 Euro (inkl. Busfahrt)
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THEATERABEND
Mittwoch, 25.11.2009 – 20.00 Uhr:
ROMEO UND JULIA
Von William Shakespeare
Landestheater Burghofbühne
Einführung in das Theaterstück mit dem Intendanten der Burghofbühne
Thorsten Weckherlin
"Wenn ich die Liebe nicht verstanden habe,
warum sollte ich mir die Mühe machen, den ganzen Rest zu verstehen?"
Michel Houellebecq
„Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“, behauptet Julia und sucht so die Liebesnacht mit Romeo zu verlängern. Doch beider tödliches Schicksal ist bereits besiegelt: Ihre beiden Familien sind seit jeher verfeindet.
Romeo, Sohn der Montagues und Julia, Tochter der Capulets, begegnen sich auf einem Maskenball und verlieben sich auf den ersten Blick ineinander, so heftig, dass Romeo schon am nächsten Tag bei Pater Lorenzo das Aufgebot bestellt. In der Hoffnung, damit die Familien zu versöhnen, stimmt Lorenzo zu. Kurz darauf entwickelt sich ein Streit zwischen Romeos bestem Freund Mercutio und Tybalt aus dem Hause Capulet. Bei dem Duell wird Mercutio tödlich verwundet, woraufhin Romeo Tybalt aus Rache ersticht. Romeo flieht, die Capulets eröffnen ihrer Tochter, dass sie Graf Paris heiraten soll. Julia ist entsetzt und bittet Pater Lorenzo um Hilfe. Dieser entwickelt einen tollkühnen Plan: Sie soll einen Betäubungstrank zu sich nehmen, der sie in einen todesähnlichen Zustand versetzt. Dadurch könnte sie der Hochzeit entkommen. Als Romeo im Exil von Julias Tod hört, ist er verzweifelt. Er verschafft sich Gift und begibt sich dann zur Gruft der Capulets. Dort tötet er sich neben der soeben erwachenden Julia. Als diese ihren toten Geliebten sieht, ersticht sie sich. Über den Leichen ihrer Kinder versöhnen sich die verfeindeten Eltern.
Den Programmflyer können Sie sich hier downloaden!
Was die Presse über die Veranstaltung schrieb
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Dezember 2009
KINDERTHEATER
So. 13.12.2009 - 15.00 Uhr:
HEXE LILLI UND DER WEIHNACHTSZAUBER
von Knister (Arena Verlag)
Dramatisierung und Bearbeitung von Christoph Wieschke
Theater auf Tour
Konzertdirektion Bingel GmbH
Für Kinder ab 4 Jahren
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Lilli freut sich: Nur noch ein paar Wochen bis Weihnachten! Doch leider ist um sie herum von Weihnachtszauber keine Spur. Der kleine Bruder Leon denkt nur an seine Geschenke; in den Geschäften gibt es Hektik und schlechte Laune und Mama meint, dass früher alles viel schöner war...
Lilli ist vom vorweihnachtlichen Rummel und der Hektik rund ums Weihnachtsfest genervt. Weihnachtszauber muss her, beschließt sie. Sie legt gleich los im Schuhgeschäft. Aber der Zauber war wohl nicht richtig gewählt, denn dort wundert man sich. Wie kommen die Christbaumkugeln an die Pantoffeln und die Tannenbäumchen anstelle von Absätzen an die Damenschuhe? So hat Lilli das nicht gemeint und sie sucht nach einem anderen Zauber...
Ob Lilli es schafft, dass die Leute sich erinnern, was Weihnachten wirklich sein kann?
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SILVESTERKONZERT
Dienstag, 29.12.2009 - 20.00 Uhr: SILVESTERKONZERT
IVUSHKA – DIE RUSSISCHE MUSIKREVUE
(mit Stadthalle GmbH, Limburg)
Vierzig Jahre absolute Perfektion und Reisen in über 20 Länder verhalfen Ivushka zu internationalem Ruhm. Man nennt sie auch die „charmantesten Botschafter Russlands“. Aus Freude am Musizieren, Singen und Tanzen, verbunden mit Traditionsbewusstsein, fanden sich damals zahlreiche Absolventen und Dozenten der Tambower Musikhochschule zusammen und gründeten das Ensemble Ivushka., was übersetzt „Das Weidenbäumchen“ bedeutet.
Die opulent ausgestattete Show, vor einer verträumten Winterlandschaft, lässt den Zauber der Zarenzeit wieder
auferstehen. Über 40 Mitwirkende sorgen dafür, lebendige Bilder zu erschaffen und diese mit rasanter Musik zu untermalen. Musikalische, tänzerische und artistische Einlagen wechseln sich dabei in schneller Folge ab. Scheinbar unerschöpflich ist die Vielfalt der überlieferten Lieder, Tänze und Geschichten. Die orthodoxen Christen feiern am 7. Januar die Erscheinung des Herrn mit Väterchen Frost und Snegurotschka, seiner Enkelin, einer Schönheit aus Schnee und Eis.
Spektakulär und akrobatisch mit Peitschenknallen und Sprüngen, wie rückwärts in den einarmigen Handstand, präsentieren sich die Tänzer in Perfektion zum Detail. Kunstvoll, rasant und rhythmisch sind die stepptanzartigen Szenen, mit denen die Akteure einen Streifzug durch das Reich von Zar Peter dem Großen (1672 - 1725) darbieten. Die graziösen Tänzerinnen stehen ihren männlichen Kollegen in nichts nach. Die mit Anmut vollführten Pirouetten sind für sich schon eine Augenweide.
Kein Abonnementkonzert!
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PRESSEVERÖFFENTLICHUNGEN 2009
Printausgabe vom 27.11.2009
Wunderbarer Shakespeare
Von Sabine Rauch
Die Kulturvereinigung Limburg hatte mal wieder zu einem Klassiker in die Stadthalle geladen. Und es kamen so viele Zuschauer wie selten, um sich von einer wunderbaren Romeo-und-Julia-Inszenierung berühren zu lassen.
Limburg. So tragisch kann die Liebe sein, so schicksalhaft. Und so wunderbar kann modernes Theater sein. So anmutig, so witzig, so schwermütig. So wie gutes Theater. Und das braucht eigentlich keine große Vorrede, keine Erklärung. Trotzdem kam Thorsten Weckherlin, Regisseur und Intendant der Burghofbühne Dinslaken, auf die Bühne, um zu erklären.
Zu erklären, warum seine Truppe nicht die Schlegel-Übersetzung, sondern die von Thomas Brasch genommen habe («weil sie sehr ehrlich und direkt ist»), zu erklären, dass das Stück zwar in Italien spiele, aber überall spielen könnte, weil es ja überall auf der Welt Familienfehden und mafiöse Strukturen gebe. Das ließ Schlimmes erahnen. Aber es wurde gut.
Denn was dann kam, war Shakespeare ohne große Schnörkel, aber verspielt und voller Melodramatik und das in einer Sprache, die so lyrisch ist, dass sie wie Musik klingt – so voll von Metaphern, dass es manchmal viel zu schnell geht und so voller Obszönitäten, dass es fast schon weh tut. So wie die Liebe eben. Das sind natürlich nicht die Verdienste der Inszenierung, sondern die von Shakespeare und seinem Übersetzer. Aber Thorsten Weckherlin hat aus der Tragödie um die beiden Liebenden aus dem alten Verona ein modernes Stück über die Liebe gemacht und über eine Gesellschaft, die die Menschen zu Heimlichkeit und Lüge zwingt, und damit die Schuld am Scheiten der beiden Helden trägt. Nur der gemeinsame Tod kann die Liebe vollenden.
Überzeugende Schauspieler
«Gute Ehen dauern niemals lang», sagt Bruder Lorenzo. Aber dann gibt es eine wirklich berührende Abschiedsszene. Überhaupt, die Schauspieler. Iris Kunz ist eine wunderbare Julia. Erst spielt sie die naive 14-Jährige, die Julia nun mal ist, ein Kind. Dann wird sie zur schüchternen Verliebten und schließlich zur Frau voller Leidenschaft. Dazu braucht sie keine großen Gesten, kein Gehabe. Sie schafft es mit ihrer Stimme, ihren Bewegungen.
Dann ist da Leif Scheele als Romeo. Auf den ersten Blick nicht die ideale Besetzung für den romantischen Liebhaber. Und wohl auch nicht das typische Objekt der Begierde, wenn es um die Liebe auf den ersten Blick geht. Aber man soll ja sowieso nicht so auf Äußerlichkeiten achten. Und das macht Julia offenbar nicht. Denn dieser Romeo ist eher unscheinbar, etwas dicklich und ungelenk. Aber er ist ein guter Kerl, und auf alle Fälle tiefsinniger als seine Freunde, allesamt ziemliche Grobiane. Und irgendwann wird er zum Mann, zum melancholischen Helden. Dann ist es egal, dass der Mann, den ihre Eltern für Julia bestimmt haben, eine deutlich bessere Figur abgibt.
Und dann ist da noch Anna Haack als Amme zu erwähnen, als Julias Vertraute und geschwätzige Überbringerin der guten und schlechten Nachrichten mit dem Alkoholproblem. Sie ist eine Meisterin der Zwischentöne und eine glühende Verfechterin der Freuden der physischen Freuden der Liebe.
Außer ein paar spielfreudigen Schauspielern und ein paar originellen Einfällen braucht es nicht viel für eine gute Shakespeare-Inszenierung. Und die hat Thorsten Weckherlin. Die Bühne ist immer ziemlich duster, schließlich ist Romeos und Julias Welt voller Bedrohungen. Auf der Bühne steht ein Baugerüst -- das taugt sowohl als Balkon wie als Familiengruft der Capulets – und eine Bank oder wahlweise ein Bett. Dann gibt es noch Musik, mal bedrohlich, mal romantisch, meist Streicher – zur Untermalung. Heraus kommt ein passioniertes Stück, oft sentimental, aber nie kitschig. Und immer mitreißend.
Shakespeare bietet sich geradezu an für eine moderne Inszenierung – nicht eine von der spröden Sorte, sondern eine von der leidenschaftlichen. Nicht verhalten und zaghaft, sondern auch mal laut und schrill – und immer voller Gefühl. So wie die Liebe eben.
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Printausgabe vom 19.11.2009
Musik und Märchen
Von Anneke Jung
Die Kombination von fast vergessenen Kompositionen und Märchen beim jüngsten Limburger Meisterkonzert hätte mehr Zuhörer verdient gehabt.
Limburg. Zeitlich gehören der Musiker Johann Michael Müller und der Märchensammler Jakob Ludwig Karl Grimm nicht wirklich zusammen, ist der erste doch ein Zeitgenosse Bachs, letzterer dagegen ein Kind der Romantik. Der Schnittpunkt der beiden ist Hanau, Müllers Wirkungsstätte und Grimms Geburtsort. Dennoch ergab die Zusammenführung beider Werke eine gelungene Mischung, die die leider nicht sehr zahlreichen Besucher des Meisterkonzerts erleben durften.
Altertümliche Sprache passte wunderbar zum Klang
Zwölf Sonaten für konzertierende Oboe, zwei Oboen, Taille und Basso Continuo im Stil von Concerti grossi komponierte Müller, der am gräflichen Hof in Hanau angestellt war. Sechs davon hörte man vom Ensemble «Concert Royal» aus Köln. Leiterin und Solo-Oboistin ist Karla Schröter, die wie ihre Mitstreiter Taka Kitazato, Eva Griesshaber (Oboen), Ulrich Ehret (Taille, eine Art Englisch Horn) und Rainer Johannsen (Fagott) auf barocken Instrumenten musizieren. Am Orgelpositiv hörte man Harald Hoeren. Anders in den Proportionen, etwas kleiner als moderne Instrumente und fast ohne Klappen entwickeln die alten Blasinstrumente einen ganz eigenen Klangcharakter, der die Hörer mitnimmt in eine längst vergangene Zeit. Die altertümliche Sprache der Märchen passt wunderbar zu diesem Klang, so dass sich ein Gesamtkunstwerk aus Musik und Texten entwickelte.
Wenn die kompakten Kompositionen in der Substanz auch nicht mit denen der großen Meister ihrer Epoche wie Johann Sebastian Bach oder Antonio Vivaldi vergleichbar waren, so boten sie doch spritzige Melodien und tänzerische Lebendigkeit in den schnellen Sätzen, die durch rezitativähnliche langsame Sätze voneinander abgesetzt waren. Man fühlte sich in angenehm unaufgeregter Weise gut unterhalten. Karla Schröter als versierte Solistin konzertierte mal mit den Tutti-Oboen, mal mit dem oft beeindruckend virtuos geführten Fagott. Interessante klangliche Aspekte ergaben sich durch die ungewohnte Artikulation, die das Ensemble teilweise praktizierte.
Für die Lesungen war der Schauspieler Gerhard Fehn verantwortlich. Er verstand es zauberhaft, den Figuren aus den Märchen «Der wunderliche Spielmann», «Fundevogel», «Der Arme und der Reiche» und «Der faule Heinz» Leben zu verleihen. Mit wandlungsfähiger Stimme stellte er mal den Spielmann und die von ihm betrogenen Tiere Wolf, Fuchs und Hase dar, mal gab er die böse Alte, mal die unschuldigen Kinder oder gar mit sonorem Bass den lieben Gott. Wie in Kindertagen gerieten die Zuhörer schnell in den Bann der Erzählungen.
Eindrucksvolle Musizierweise
Hätte man alle sechs Sonaten hintereinander musiziert, wäre der Abend ungeachtet der eindrucksvollen Musizierweise des Ensembles wohl etwas eintönig verlaufen, da sich die Werke in der Anlage doch sehr ähneln. Der ständige Wechsel von Musik und gesprochenem Wort war jedoch eine perfekte Mischung, war doch die Musik durch ihre wohlproportionierte Harmonie bestens geeignet, die Wogen nach den recht grausamen Vorgängen in den Märchen zu glätten.
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PRESSEMITTEILUNG vom 21.10.2009
Herbsttagung der INTHEGA (INTERESSENGEMEINSCHAFT DER STÄDTE
MIT THEATERGASTSPIELEN E.V.)
am 19. und 20. Oktober 2009 im CongressPark Wolfsburg
I. Über 750 Teilnehmer im CongressPark Wolfsburg bei der Herbsttagung 2009
II. 127 Theater- und Gastspieldirektionen präsentieren ihre Gastspielangebote für die Spielzeit
2010/11
III. INTHEGA ehrt Ellen Schwiers für ihr Lebenswerk
IV. Erster Kinder- und Jugendtheaterpreis der INTHEGA an das Theater „mimikri“ aus Büdingen
V. INTHEGA-Preise 2009 gehen an „Johnny Cash“ – Euro-Studio Landgraf (Crossover), „Tosca“ –
Schlote Ges.m.b.H. (Musiktheater) sowie „Fettes Schwein“ - Euro-Studio Landgraf (3. Preis
Schauspiel), „Buddenbrooks“ - Euro-Studio Landgraf (2. Preis Schauspiel) und „Jedermann“ - Das
Ensemble / Jacob-Schwiers GmbH (1. Preis Schauspiel)
I. Über 750 Teilnehmer begrüßte INTHEGA-Präsident Dr.Rupert Kubon bei der INTHEGAHerbsttagung
2009 im CongressPark in Wolfsburg. Im Mittelpunkt der Tagung standen grundsätzliche,
ja existentielle Grundfragen über die Weiterarbeit in den rund 400 Mitgliedsstädten der INTHEGA.
Unter dem Titel „Wie vermitteln wir die Werte, für die wir kämpfen?“ - Von der Zukunft unserer
Theaterarbeit im Zeichen der Krise“ diskutierten die INTHEGA-Mitglieder, sowie Vertreter der
Theater und Gastspieldirektionen die Auswirkungen der größten weltweiten Wirtschaftskrise seit dem
2. Weltkrieg und der wohl dramatischsten (Finanz-)Situation seit Bestehen der INTHEGA. Für viele
INTHEGA-Städte steht angesichts massiver sinkender kommunaler Einnahmen die berechtigte
Befürchtung, dass die Theater- und Kulturetats in einem Maße gekürzt werden, dass nicht nur
Spielpläne gekürzt, sondern ganze Spielprogramme und Aboreihen gestrichen werden müssen.
Die INTHEGA bekräftigte dabei ihre Position, ihren Beitrag zur Bewältigung der kommunalen Probleme
zu leisten. Die INTHEGA wird auf die neue schwierige Situation mit eigenen kreativen Konzepten und
neuen Bündnissen reagieren und mitwirken, die kommunalen Haushalte - so weit möglich - zu
entlasten. Sie reklamiert für sich und ihre Arbeit keinen Freiraum.
Unumstritten aber sieht es die INTHEGA als ihre Aufgabe und Pflicht an, im Rahmen des
umfassenden Infrastrukturauftrags der Städte und Gemeinden für den Erhalt des kulturellen Angebots
zu kämpfen. Kommunale Einrichtungen in den Bereichen Erziehung, Kultur, Bildung, Freizeit und
Gesundheit schaffen mit ihren Angeboten Lebensqualität. Auf all diesen Feldern erfüllen die
INTHEGA-Städte mit ihrer Arbeit Aufgaben der Daseinsvorsorge.
II. Auf dem großen Theatermarkt präsentierten 127 Aussteller ihre Gastspielangebote für die
Spielzeit 2010/11. Dieser Theatermarkt hat damit seine Stellung als größter Theatermarkt Europas
untermauert. Auch aus den Breichen Ticketing und Bühnentechnik waren Firmen vertreten. Präsentiert
wurde wiederum ein breites Spektrum an Theaterstücken, Musiktheaterproduktionen und
Tanzaufführungen mit den Angeboten der Theater- und Gastspieldirektionen für die Spielzeit 2010/11.
Insgesamt wurde mit 1.532 Angeboten das umfangreichste Angebot an Stücken vorgestellt, das es je
an dieser Stelle gegeben hat. Eine wichtige Erkenntnis dieses Marktes war aber auch: Die Gespräche
INTERESSENGEMEINSCHAFT DER STÄDTE MIT THEATERGASTSPIELEN E.V.
auf dem Theatermarkt oder auch beim abendlichen Beisammensein werden immer wichtiger.
Internetkontakte ersetzen niemals diese direkte Begegnung von Abnehmern und Anbietern.
III. Die Schauspielerin und Regisseurin Ellen Schwiers wurde in einer bewegenden Ehrung für ihr
Lebenswerk geehrt und mit dem Sonderpreis des INTHEGA-Vorstands 2009 ausgezeichnet. Seit
1947 steht Ellen Schwiers auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“. Sie debütierte am Stadttheater
Koblenz und gründete zu Beginn der 80er Jahre ihr eigenes Theater. Seither ist sie aus dem Konzert
der Tourneetheater gar nicht mehr wegzudenken und hat dort längst eigene Stimme und ein eigenes
Profil gefunden. Ellen Schwiers verkörpert die Leidenschaft einer Schauspielerin, die allabendlich die
Wahrheit hinter der rauen Schale der Wirklichkeit zu ergründen sucht. Die INTHEGA verneigt sich mit
diesem Preis vor einer der größten Künstlerinnen und Schauspielerinnen dieses Landes.
IV. Erstmalig vergab die INTHEGA einen Kinder- und Jugendtheaterpreis. Dieser ging an das
„freie theater mimikri“ aus Büdingen. Die INTHEGA würdigte mit dem Theater „mimikri“ die 20-
jährige Kindertheaterarbeit „in der Fläche“ durch die Preisvergabe an ein kleines, überaus feines
Ensemble von Bühnenakteuren, denen man jederzeit die Lust und Begeisterung am eigenen Tun
anmerkt. Alle Akteure von „mimikri“ nehmen ihre Aufgabe ernst, und sie machen deutlich, dass ihnen
ihr Tun nicht nur Herzensanliegen ist sondern auch Freude bereitet. Dass diese Freude ins Publikum
überspringt, ist ihnen Dank und Ansporn zugleich, und es ist der ewig junge Beweis dafür, dass das
Theater in und mit den Jungen weiterlebt.
V. Die INTHEGA zeichnet auf der Grundlage einer Abstimmung ihrer Mitglieder alljährlich
Produktionen von Tourneetheatern aus und würdigt damit den risikofreudigen Einsatz von
Privattheatern und durch sie initiierte Leistungen. Die INTHEGA-Mitgliederpreise 2009 für die
Spielzeit 2008/2009 gingen an folgende Stücke:
- Im Bereich Crossover ging der 1. Preis an das Stück „Johnny Cash“ (Euro-Studio Landgraf), in
dem das Leben und die Musik von Johnny Cash überzeugend auf die Bühne gebracht wurde.
- Im Bereich Musiktheater erhielt die Oper „Tosca“ von Giacomo Puccini, gesungen uns gespielt von
den Solisten und dem Kammerchor der Compagnia d’Opera Italiana di Milano sowie der Bulgarischen
Philharmonie Pazardjik (Schlote Ges.m.b.H.) den 1.Preis
- Im Bereich Schauspiel würdigten die INTHEGA-Mitglieder die Produktion „Fettes Schwein“,
Komödie von Neil LaBute (Euro-Studio Landgraf) mit dem 3.Preis, die Familienchronik
„Buddenbrooks“ nach dem Roman von Thomas Mann in der Bühnenfassung von John v. Düffel
(Euro-Studio Landgraf) mit dem 2.Preis und Das Ensemble Jacob-Schwiers für die Produktion
"Jedermann"* - Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes von Hugo von Hofmannsthal in der Regie
von Ellen Schwiers und Katerina Jacob, mit Holger Schwiers und Ellen Schwiers in den Hauptrollen mit
dem 1.Preis der Spielzeit 2008/2009.
* Den Preisträger hatte die Kulturvereinigung bereits im März 2009 im Programm. Mehr über das Stück, sowie die Presseberichterstattung darüber, können Sie hier nachlesen!
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Printausgabe vom 26.10.2009
Junge Solisten setzten Glanzpunkte
Von Anneke Jung
Erfreulich weit abseits der ausgetretenen Pfade bewegte sich diesmal das Meisterkonzert in der Kohlmaier-Halle. Statt der gewohnten Orchester- oder Kammermusikwerke gab es Vokalmusik unterschiedlicher Besetzung mit Klavierbegleitung.
Limburg. Die Auswahl der Stücke war nicht weniger außergewöhnlich: Lieder und Duette von Felix Mendelssohn Bartholdy, die auch im Mendelssohn-Jahr nicht gerade zum gängigen Konzertrepertoire gehören, und ein weitgehend unbekanntes Werk von Robert Schumann, das Liederspiel «Der Rose Pilgerfahrt».
Zu verdanken hatte das Limburger Publikum den Abend dem Tenor und Gesangsprofessor Christoph Prégardien, der gemeinsam mit dem Chorleitungsdozenten und Chorleiter Gerhard Jenemann dieses Projekt mit jungen, professionellen Sängern durchgeführt hat.
«Der Rose Pilgerfahrt», das Werk im Mittelpunkt des Abends, behandelt ein im 19. Jahrhundert beliebtes Märchenthema, das zu vielen Singspielen oder gar Opern inspiriert hat: Eine Elfe möchte menschliche Gefühle kennenlernen, sich verlieben. Als Tochter Rosa einer Müllersfamilie lebt sie einige Jahre auf der Erde, verliebt sich in einen Förstersohn, heiratet, bekommt ein Kind und kehrt nach einem weiteren Jahr wieder zurück in die Zauberwelt.
Alle typischen Symbole der Romantik tauchen hierbei auf. Die Rose verkörpert Schönheit und Liebe. Beliebt war auch die Müllerfamilie als Vertreter des einfachen Volkes. Der Förstersohn und der Wald, in dem sie ihn trifft, stehen für die Verehrung der Natur. Für Menschen des 21. Jahrhunderts sind Sujet und textliche Umsetzung schon gewöhnungsbedürftig. Ohne die Musik Robert Schumanns würde man den Text wohl als unerträglichen Kitsch empfinden.
Kompakte, musikalische Bilder
Der Komponist verstand es aber doch, in einer Aneinanderreihung kompakter musikalischer Bilder in der ihm eigenen eindringlichen und empfindungsreichen Tonsprache Dramaturgie in die Handlung zu bringen. Entzückende kleine Szenen wie das Zusammentreffen der Elfe mit dem ihr väterlich zugetanen Totengräber, das Gebet der Elfe am Grab des verstorbenen Müllertöchterchens, die Freude der Müllersleute über die neue Ziehtochter oder der verklärende Chor der Elfen, als Rosa das irdische Leben wieder verlässt, nehmen für sich ein.
Ein Übriges zum Erfolg der Limburger Aufführung taten die jungen Solisten, in der Hauptrolle der Elfe Rosa die Sopranistin Tina Scherer, die die Gefühlswelt des Zauberwesens und jungen Mädchens empfindsam nachvollzog. Als Erzähler glänzte in gewohnter Weise Christoph Prégardien, der auch einige seiner Schüler wie die Altistin Elvira Bill und die beiden Bassisten Michael Dahmen und Thomas Schütz vorstellte. Diese sowie die Mezzosopranistin Sibylla Müller und der Tenor Julian Prégardien besetzten mit frischen, jungen, gut ausgebildeten Stimmen die weiteren eher knappen Partien eines Totengräbers, des Müllerehepaares, der Elfenkönigin und des Förstersohns.
Einfühlsamer Begleiter
Auch der von Gerhard Jenemann geleitete Chor aus jungen professionellen Sängerinnen und Sängern bot feinst intonierte klangliche Glanzpunkte. Am Flügel saß mit Michael Gees ein eigenwilliger, eigenständiger und sehr einfühlsam musizierender Begleiter, der Schumanns Musik wunderbar ausdrucksvoll gestaltete, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Im ersten Programmteil begleitete er auch Julian Prégardien, dessen immer klangvoller werdender Tenor ebenso gefiel wie der wunderbar klare und erstaunlich ausdruckstarke Sopran der gerade mal 19-jährigen Anna Lucia Richter. Beide interpretierten die sechs Lieder op. 34 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ansprechend gelangen auch die sechs Duette op.63 desselben Komponisten deren sich die beiden Paare Elisabeth Menke (Sopran) und Julia Diefenbach (Alt) sowie Katrin Arnold (Sopran) und Anna Hartmann (Alt) annahmen.
Der ungewöhnliche Abend wurde mit der Zugabe des Zigeunerliedes «Im Schatten des Waldes» von Robert Schumann temperamentvoll beendet.
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Printausgabe vom 22.10.2009
Ein packendes Drama
Text und Foto von Edith Egger-Mertin
Mit der Aufführung des Theaterstücks «Tannöd, ein Kriminalfall» von Maya Fanke und Doris Happl in der
Inszenierung des Stadttheaters Fürth erlebten die Zuschauer in der Stadthalle Theater auf höchstem Niveau: spannend, düster, pathetisch. Das Stück orientiert sich an einem nie aufgeklärten sechsfachen Mord auf einem bayerischen Bauernhof und an dem gleichnamigen Erfolgsroman von Andrea Maria Schenkel.
Limburg. Wer wurde ermordet, warum, von wem? Das sind Kernfragen jeden Krimis. Den Antworten an diesem Abend auf die Spur zu kommen, erwies sich als nicht sehr einfach. Eine schwer zu durchschauende Collage aus Berichten, Kommentaren, Erinnerungen, Aktionen, ein Geflecht aus Beziehungen und Verstrickungen bei einer Fülle von Personen, dazu fortwährend sich ändernde Zeitebenen, mal Gegenwart, mal Rückschau: Den Zuschauern wurde höchste Aufmerksamkeit abgefordert.
Acht Schauspieler in 20 verschiedenen Rollen
Die Bühnenmöblierung: einige schlichte Bänke. Die wurden im Laufe des Abends mal nebeneinander gestellt, mal übereinander gestapelt, mal an die Wand geschoben. Nur acht Schauspieler verkörperten die 20 Rollen des Dramas, alle waren praktisch jederzeit auf der Bühne präsent, was ihnen große Konzentration und dabei große Wandlungsfähigkeit abverlangte. Innerhalb von Minuten verwandelten sie sich von einer Person in eine andere und wieder zurück und wechselten dabei nicht nur Kopftuch oder Jacke, auch Körperhaltung, Stimme und Gesichtsausdruck. Aus einem zerquälten Liebhaber wurde ein lüstern grinsender Bürgermeister, aus dem herrischen Danner ein würdevoller Pfarrer.
Gleich anfangs und immer wieder zwischendurch Fürbitten für die sechs Ermordeten auf dem Danner-Hof: den Bauern, seine Frau, die Tochter, die beiden Enkel, die Magd. Die wiederkehrende Anrufung aller Heiligen begleitet die Tragödie, genau wie das Kettenrasseln aus dem Stall, das Sensendengeln, das Summen und Singen und Jodeln der Frauen, das fremdartige Brummen der Maultrommel, das Musikgedudel aus dem Lautsprecher. Die Atmosphäre ist bedrückend, bedrohlich. Es ist Nacht, als die sechs Menschen ermordet werden, eine stürmische, kalte Nacht. Auf dem Dachboden hockt ein Dieb, im Stall lauert der Mörder. Ein Opfer nach dem anderen verschwindet hinter der knarrenden Stalltür und wird mit einer Spitzhacke erschlagen.
Stück für Stück wird das bittere Familienleben der Danners aufgedeckt: Der Vater ist gewalttätig, die Tochter wird vom Vater missbraucht, ihre Kinder sind seine Kinder, die Mutter schweigt dazu, jeder weiß darüber Bescheid. Kichernd und lachend und erregt stehen die Dorfbewohner im Kreis und ergötzen sich an dem Skandal.
Mancher hätte einen Grund finden können für die Bluttat: der Exmann der Tochter; der Bauer, der sich für den Erzeuger des jüngeren Kindes hält; der Bruder der polnischen Zwangsarbeiterin, die von Danner vergewaltigt wurde und sich aufgehängt hat. Seinen emotionalen Höhepunkt erreicht das packende Drama, als die Nachbarn, geschüttelt von Entsetzen und Furcht, über die Entdeckung der Leichen berichten. Fast mit Händen ist ihr Grauen zu greifen.
Am Ende wird die Identität des Mörders aufgedeckt. «Einen nach dem anderen habe ich erschlagen», gesteht er. Wer er ist, scheint letztlich unerheblich, quasi eine Zugabe, ein Zugeständnis an das Publikum und seine Erwartungen. Aber da hat das abgründige Drama auf seinem Spannungsbogen längst die schlichte Krimi-Ebene verlassen.
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Printausgabe vom 06.10.2009
Der kleine Mann leidet
Text und Foto von Sabine Rauch
 Limburg. Da steht er, mit dem Persil-Karton in der Hand und sagt «Freiheit, Freiheit, Du wirst es nicht können.» Und alles ist schon in der ersten Szene klar. Dass diese Geschichte böse enden wird. Dass sie mit großem Aufwand erzählt wird, und dass sie im vorherigen Jahrtausend spielt. Genauer, im Berlin der 1920 Jahre. «Berlin Alexanderplatz» erzählt eine ewige Geschichte, eine zeitlose. Aber sie gehört in die Großstadt, in Häuserschluchten, dunkle Spelunken, Straßenbahnen. Das gilt auch für die Bühnenbearbeitung der Geschichte des Franz Biberkopf. Manfred H. Greve hat Alfred Döblins Roman inszeniert, die Kulturvereinigung hat das Stück in die Stadthalle geholt – zum Auftakt der Theatersaison 2009/2010.
Wie wird aus dem expressionistischen Roman ein Drama, wie lassen sich innere Monologe, assoziierte Bilder, ständige Szenenwechsel auf die Bühne bringen? Greve hilft sich mit Monologen, Stimmen aus dem Off, Perspektivwechseln, schnellen Schnitten. Und in den Umbaupausen gibt es Schlager der 20er Jahre, Kinderreime. Das ganze Leben eine Collage. Manchmal ziemlich laut und schrill, manchmal recht behäbig.
Die Geschichte von dem kleinen Mann, der ein «großer Schuft» war, muss in dieser Welt scheitern. So wie es alle Menschen tun, die sich auf ihre Stärke verlassen und nicht auf ihren Verstand. «Der eine bleibt stehen, der andere fällt um, der eine rennt weiter, der andere liegt stumm. Widebum» – so heißt es am Ende. Seinem Schicksal kann keiner entrinnen, schon gar nicht ein Proletarier wie der Franz Biberkopf. Dabei verlangt er gar nicht so viel. Er will einfach leben, ein Zuhause, eine Frau. In seinem ersten Leben geht das schief. Er tötet seine Frau. Und das verkündet der Staatsanwalt, nicht er, dem Publikum. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird, beschließt Biberkopf, ein anständiger Mensch zu werden. Und ist schon zum Scheitern verurteilt. Denn er ist stark, aber nicht schlau. Er lernt Reinhold kennen, einen Berufsverbrecher, seinen Dämon. Und alles kommt so, wie es kommen muss. Immer wieder greift Reinhold in sein Leben ein, zerstört es, immer wieder zwingt Reinhold ihn, sich ein neues Leben aufzubauen.
Immer wieder scheitert Franz Biberkopf, der kleine Mann, weil er Reinhold, dem Bösen vertraut. Franz Biberkopf ist zum Leiden verurteilt. Erst ganz am Ende erfährt die Kreatur Erlösung: Er bekommt wieder eine richtige Arbeit, als Hilfsportier in einer Fabrik. Und er hat endlich gelernt: «Ich hätte den Grips benutzen müssen.»
Manfred H. Greve hat aus dem expressionistischen Roman, der sich der Mittel der Montage bedient, um Simultaneität zu schaffen und so das Chaos der modernen Zeiten abzubilden, ein Bühnenstück gemacht, das mit Hilfe von Wirklichkeitssplittern die Welt erklären will. Auf der Bühne Häuserschluchten aus Pappe, Straßenlärm vom Tonband und immer wieder der Berliner Slang, der O-Ton, sozusagen. Die Figuren werden nicht beschrieben, nicht psychologisiert.
Reinhold, der perfekte Dämon
Peter Rauch spielt den Franz Biberkopf als tumben Kerl, der am Ende fast Mitleid erregt – auch wenn er einst seine Frau Ida mit einem Sahneschläger getötet hat. Dann ist da noch Nele Hollinderbäumer als Mieze, die große Liebe von Franz Biberkopf. Sie ist Mädchen von der Straße, mit großem Herzen und ziemlich pragmatisch. Und es gibt Rainer Etzenberg als Reinhold – das Böse, das mit Berliner Schnauze spricht und keine Skrupel hat. Etzenberg ist der perfekte Dämon, er spielt den Reinhold so widerlich und schmierig, dass nur ein schlichter Mann wie Franz Biberkopf ihn «Freund» nennen kann. Der eigentliche Feind aber ist die Großstadt, das Sodom Berlin, der Moloch mit all seinen Verlockungen und Gefahren. Und damit ist die Geschichte von Franz Biberkopf das Drama der Moderne. Und die findet auch noch im 21. Jahrhundert statt.
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Printausgabe vom 22.09.2009
Musik, die direkt das Gefühl anspricht
Von Anneke Jung
Außergewöhnliches Programm, außergewöhnliche Besetzung: Das Glob’Arte-Ensemble spielte Werke von Schumann, Popper und Schubert.
Limburg. Traurig, traurig, dass beim Eröffnungskonzert der neuen Saison so viele Plätze unbesetzt blieben. Da halfen auch die mahnenden Worte von Peter Schreiber nicht, der darauf hinwies, wie wichtig gerade eine solide Abonnentenzahl für die Planungssicherheit der Kulturvereinigung ist.
Positive Aspekte erwähnte der Schirmherr der Konzerte, Professor Hartmut Gerhold, Präsident des Hessischen Musikrates. Er lobte das nun schon seit annähernd zwei Generationen gepflegte Modell, mit Hilfe bürgerschaftlichen Engagements, öffentlicher und Sponsorenunterstützung diese Kulturreihe zu bestreiten. Und er lobte das Eröffnungsprogramm mit dem Glob’Arte-Ensemble, das mehrere hoch interessante und selten gehörte Werke vereinte. Wann hört man schon einmal Kompositionen für drei und vier Celli live?
Zwei solche Werke machten den ersten Teil des Konzerts aus und zeigten die ganze Klang- und Tonfülle dieses Streichinstruments. Bis in Violinlagen schwangen sich der erste und zweite Cellist Walter Grimmer und Kilian Balzer bei Robert Schumanns Konzertstück op. 86 für Klavier und vier Celli. Das Werk, das ursprünglich für vier Hörner und Orchester komponiert wurde, ist besonders in den Ecksätzen mit virtuosen Passagen für diese beiden Stimmen durchsetzt – durchaus geeignet cellistische Fähigkeiten ins rechte Licht zu rücken. Das gelang den beiden Herren nicht immer, so dass die exponierten Lagen öfter intonatorisch problematisch waren. Der zwölfjährige Christoph Lamprecht, der seine Sache souverän meisterte, und Mauro Righini hatten es da am dritten und vierten Pult deutlich gemütlicher. Voll klanglicher Schönheit und seelenvollen Zusammenspiels erschien das Requiem für drei Celli und Klavier op.66 von David Popper, das Grimmer, Righini und Balzer in Harmonie vereinte. Beide Male zeigte sich Alberto Intrieri, eigentlich zweiter Geiger des Ensembles, als großartiger Pianist, der in einem wahrlich nicht anspruchslosen Part wunderbar mit den Streichern konzertierte.
Prunkstück der Romantik
Spätestens mit Beginn des zweiten Teils wunderte sich niemand mehr, dass der erste nur eine gute halbe Stunde gedauert hatte, stand doch Franz Schuberts Streichquintett C-Dur, op.post.163 auf dem Programm. Dieses Prunkstück der kammermusikalischen Romantik ist technisch schwer umzusetzen, sehr umfangreich und erfordert auch mental viel Kraft und Ausdauer, da es von unglaublicher emotionaler Dichte ist.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Dem Glob’Arte-Ensemble gelang eine traumhafte Interpretation vom ersten, sich aus dem Pianissimo entfaltenden C-Dur-Akkord, bis zum kraftvoll nachdrücklichen Schlussklang. Durch die ungewöhnliche Besetzung mit zwei Celli ergibt sich ein dunkler warmer Klang, der direkt das Gefühl anspricht. Zauberhaft geriet im ersten Satz der Einsatz des Seitenthemas von den beiden Bassinstrumenten zu einer zarten Oberstimmenbegleitung. Auch im Adagio ging das Zusammenspiel der ersten Geige mit dem Pizzicato des tiefen Cellos unter die Haut. Ein Markenzeichen des Ensembles scheint ohnehin das intensive Miteinandermusizieren. Ständig hatten die Musiker, außer Kilian Balzer und Walter Grimmer noch Anna Tarnawska und Alberto Intrieri (Violinen) und Mauro Righini (Viola) Blickkontakt. Die Zuhörer konnten sehr schön das Zusammenwirken der Instrumentengruppierungen heraushören.
Eine ganz große Leistung, für die es auch den ungeteilt begeisterten und langanhaltenden Beifall des Publikums gab. Dass die Musiker nach diesem Kräfte zehrenden Programm auf eine Zugabe verzichteten, ist mehr als verständlich.
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Printausgabe vom 20.05.2009
Eine Pointe jagt die andere
Von Sabine Rauch
Limburg. Theater muss nicht immer Erkenntnisgewinn bringen. Es darf auch ganz einfach mal unterhaltsam sein. Und am Ende steht dann vielleicht doch eine Erkenntnis: Es gibt Dramen, die man erst beim dritten Sehen versteht. Und es gibt Komödien, die erst beim dritten Mal richtig lustig sind. «Die nackten Tatsachen» ist so eine. Oder besser: Der 1. Akt von «Die nackten Tatsachen», von dem die Komödie «Der nackte Wahnsinn» handelt, und von dem ganzen Drumherum handelt sie natürlich auch.
Das Stück – und das Stück im Stück -- ist von der Sorte, die man turbulent nennt. Eine Tournee-theater-Truppe probt eine Farce mit dem Titel «Die nackten Tatsachen», und am Ende sind alle dem Wahnsinn nahe.
Bis dahin gibt es jede Menge Missverständnisse, Verwicklungen und nackte Haut, ungezählte Wortspiele, Treppenwitze und Albernheiten. Der Handlungsablauf ist im Stück im Stück nicht so wichtig. Auf die Logik kommt es da nicht so an, denn Logik und Turbulenz schließen sich meist aus. Im Stück vom Stück ist Folgerichtigkeit schon ein Aspekt. Denn sonst wäre der 1. Akt beim dritten Sehen nicht witzig, sondern ziemlich langweilig.
Eine Pointe jagt die andere
Michael Frayns Komödie ist witzig, obwohl eine Pointe die andere jagt, obwohl die Schauspieler zu Tölpeln werden. Seine Personen sind Stereotypen. Da ist die tumbe Blondine Brooke, die meist in Unterwäsche herumstolziert (Sex sells), Freddie, der Mann mit der labilen Psyche, der schon beim Gedanken an Gewalt Nasenbluten bekommt, Dotty, die Vergessliche mit dem Sardinen-Problem, oder Lloyd, der Regisseur, ein selbstgerechter Zyniker, der sich in amouröse Abenteuer verstrickt. Sie alle wollen ein Stück auf die Bühne bringen, eine Farce von der Sorte, bei der ständig Türen auf und zu gehen und «wer mit wem?» die wichtigste Frage ist.
Die Hauptprobe ist eine Katastrophe, das Ensemble geht trotzdem auf Tournee. Und die Zuschauer in der Stadthalle sind wieder dabei. Diesmal allerdings hinter der Bühne. Denn da passieren die spannenden Dinge.
Da gibt es wirkliche Kabale und Liebe – allerdings ohne Worte, denn hinter der Bühne ist Ruhe angesagt. Trotz aller Widrigkeiten und Verwicklungen: Die Truppe bleibt zusammen, ein halbes Jahr lang quälen die Schauspieler sich -- und ihr Publikum -- mit den «nackten Tatsachen».
Die Zuschauer in der Stadthalle bekommen die letzte Vorstellung zu sehen und das, was die Konflikte hinter der Bühne aus der Inszenierung gemacht haben: Es geht schief, was schief gehen kann. Und die Schauspieler können endlich zeigen, was sie können. Die Schauspieler im Stück im Stück und die in der Stadthalle. Und denen ist es zu verdanken, dass aus der Farce keine alberne Klamotte wurde.
Auch wenn Renan Demirkan der Star auf der Bühne war – ihre Kollegen standen ihr in Nichts nach, höchstens ein bisschen in Sachen Quirligkeit. Alle zeigten große Spielfreunde und eine Menge Sympathie für ihre Figuren. Wenn Bianka Heuser als Belinda Blair zu improvisieren versucht oder Thomas Kaufmann als Inspizient tapfer versucht, das Schlimmste abzuwenden, dann ist das sehr komisch.
Was will man mehr von einer Farce?
Vielleicht sollten wir die Dramen auf der Bühne in Zukunft mit anderen Augen sehen, weil wir nun wissen, was sich hinter der Bühne für menschliche Abgründe auftun. Und am Ende steht dann wirklich eine Erkenntnis: «Es geht nichts über einen schönen großen Teller mit Sardinen.» Aber das muss man nicht verstehen.
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Printausgabe vom 28.04.2009
Spielfreudiges Ensemble auf der Bühne
Von Sabine Rauch
«Die Bluthochzeit» stand auf dem Spielplan in Limburg. Die Zuschauer sahen ein großartiges Ensemble mit großartigen Frauen.
Limburg. Es gibt sie noch – die Inszenierungen, die ohne großes Tamtam, ohne üppiges Bühnenbild, knallige Lichteffekte und dramatische Musikeinspielungen auskommen. Theater ohne Effekthascherei, auf das Wesentliche reduziert. Theater mit beeindruckenden Bildern, in betörender Sprache. Christos Nicopoulos hat mit seiner Inszenierung von Federico Garcia Lorcas «Bluthochzeit», jener lyrischen Tragödie über die fatalen Folgen von menschenverachtenden Traditionen, so ein Theater geschaffen. Und es kamen auch ein paar Limburger in die Kohlmaier-Halle, um sich diesen besonderen Theaterabend der Kulturvereinigung anzuschauen.
Und sie hätten einen großartigen Theaterabend hören können, wenn die Schauspieler nur ein bisschen besser zu verstehen gewesen wären. So konnten sie ihn immerhin sehen. Sie konnten auf einer Bühne, der ein dreistufiges Podest als Aufbau und ein Stuhl als Requisit reicht, sehen, wie zwei Liebende sich und ihre Familien ins Unheil stürzen -- weil sie sich nicht mit den Zwängen ihrer Gesellschaft abfinden können. Dabei gibt es kein Entrinnen, denn nicht die Menschen sind die Handelnden, es sind die Mächte des Lebens.
Die «Bluthochzeit» erzählt von einer Braut, die am Tag ihrer Hochzeit entflieht, um dem Geliebten zu folgen, jenem Mann, den sie einst nicht heiraten durfte, weil er ihrer Familie zu arm war. «Besser verblutet und tot als lebendigen Blutes verfault», heißt es in dem Stück. Und so kommt es denn auch: Die beiden Rivalen töten sich gegenseitig. Zurück bleiben drei einsame Frauen: die Mutter, die auch ihren letzten Sohn an die Blutrache verloren hat, die Ehefrau, die um ihren Mann weint, und die Braut, die es wagte, ihrem Gefühl zu gehorchen.
Der Zuschauer sieht kein Blut, keine Tränen. Er sieht dunkle Bilder, Allegorien auf das Leben und das Sterben. Allein gelbes Licht, leises Krähen, Mähen, Zirpen und kleine Gesten der Schauspieler lassen die flirrende Hitze der spanischen Landschaft entstehen. Er sieht einen Chor, der, wie in der griechischen Tragödie, die Aufgabe hat, zu prophezeien, zu kommentieren, zu deuten. Und aus diesem Chor treten die Schauspieler heraus, um zu Handelnden zu werden -- um sich dann wieder einzureihen.
Die Möglichkeiten des Theaters
Überhaupt, die Schauspieler. Ein kleines großartiges Ensemble mit großartigen Frauen, die nicht der Versuchung erlagen, Menschen darzustellen -- sie zeigten Archetypen. Allen voran Ursula Michelis als Mutter, die um Mann und Sohn trauert, die sie an die Blutrache verloren hat. Erst als ihr klar wird, dass ihr zweiter Sohn betrogen wurde, kommt Leben in sie. «Die Stunde des Blutes» ist wieder da, es darf wieder getötet werden.
Dann ist da noch Ivana Langmajer als Braut, «ganz wahnsinnig vor Dulden und Harren», und Anne Schröder als betrogene Ehefrau, die frühzeitig spürt, dass ihr Mann sie verlassen wird. Und natürlich Maren Pfeiffer, die Wandlungsfähigste im Ensemble -- allein ein Tuch und eine andere Haltung genügen ihr, um von der bösen Nachbarin zur mitfühlenden Schwiegermutter zu werden. Und das alles vor den Augen der Zuschauer.
Es gibt keinen Vorhang, es braucht keine Umbaupause, um den Schauplatz zu wechseln. Es braucht einzig ein spielfreudiges Ensemble und einen Regisseur, der den Mut zu beherzten Streichungen und reduzierter Theatersprache hat, um aus dieser Tragödie über Sitten und Traditionen im Spanien des 20. Jahrhunderts ein zeitloses Drama über die Macht der gesellschaftlichen Zwänge und über starke Frauen zu machen. Und ein Stück über die Möglichkeiten des Theaters.
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Printausgabe vom 25.04.2009
Ein wunderbarer Abend
Von Anneke Jung
Eine opulent bestückte Saison der Limburger Meisterkonzerte fand mit einem herausragenden Kammermusikabend einen würdigen Abschluss.
Limburg. Das Philharmonia Quartett Berlin, seit den 80er Jahren eines der renommiertesten Ensembles seiner Art, bescherte den nicht allzu zahlreichen aber dafür begeisterten Zuhörern ein musikalisches Erlebnis vom Feinsten. Kein Wunder, schließlich sind die beiden Geiger Daniel Stabrawa, und Christian Stadelmann, der Bratscher Neithard Resa und der Cellist Dietmar Schwalke langjährige Mitglieder der Berliner Philharmoniker, was für höchste musikalisch-technische Qualität bürgt.
Eine kontrastreiches Programm, technisch perfekt dargeboten und ausdrucksstark in Szene gesetzt, hatte viel zu bieten in dieser reinsten und sehr individuellen Form der Streicherkammermusik.
Den intensivsten Eindruck hinterließ zweifellos das dreisätzige Streichquartett in B-Dur, op.92 von Dmitrij Schostaskowitsch. Obwohl es in der Zeit entstand, in der sich der Komponist weitgehend den musikalisch-ethischen Forderungen des «Sozialistischen Realismus» unterwerfen musste, trägt es eine persönliche Handschrift. Die drei Sätze, die ineinander übergehen, sind geprägt von starken emotionalen Gegensätzen.
Die manchmal fast hysterisch und schrill wirkende Schroffheit des Allegro non troppo weicht im Andante einer melancholischen Grundstimmung mit depressiv-statisch wirkenden Klängen. Oft spielt eine herzzerreißend einsam wirkende erste Violine elegische Melodien in Schwindel erregender Höhe über düsteren Begleitakkorden. Dann wieder sind zwei oder gar drei Stimmen unisono oder im Oktavabstand geführt und vermitteln so Leere und Trauer.
Nachdem das Ensemble plötzlich unvermutet wieder in Dur-Akkorden landet, entwickelt sich das abschließende Moderato als ein leicht verfremdeter Walzer. Die erste Violine spielt immer mal wieder abstruse Melodien zum Tanzrhythmus, um dann wieder gemeinsam mit den anderen in eine aberwitzige Exaltiertheit zu verfallen.
Eine perfekte Interpretation
Die spannungsgeladene Interpretation war perfekt. Wunderbar fein und differenziert im Ausdruck, ein warmer, homogener Ensembleklang, der gerade im langsamen Satz ein unglaublich intensives Gestalten ermöglichte und wo nötig, überlegene Virtuosität – das alles verband sich zu einem nachhaltigen Hörerlebnis.
Gewissermaßen aufgewärmt hatten die Musiker sich selbst und das Publikum mit Mozarts Streichquartett in d-Moll, KV 421. Das im Vergleich zu dem Schostakowitsch-Quartett gefällige Stück Wiener Klassik musizierten sie flott, beschwingt und in den manchmal dramatisch ausartenden Ecksätzen angemessen ausdrucksvoll. Beim Schluss-Allegretto, einem Variationen-Satz, spürte man manchmal schon die nicht mehr allzu ferne Epoche der frühen Romantik heraus. Im dritten Satz kontrastierte ein ruppiges Menuett mit einem volkstümlich anmutenden Trio, bei dem die Geigen manchmal regelrechte Jodler produzierten.
Den zweiten Teil des Konzerts nahm Robert Schumanns Streichquartett Nr.2 in F-Dur, op.41 ein. Temperamentvoll und virtuos ging es hier zur Sache. Mit mitreißendem Schwung spielten die vier Herren das anspruchsvolle Werk, das im zweiten und dritten Satz durch verschobene Betonungen gewissermaßen die Taktart verleugnet. Keck auch das Cello-Solo im Trio des dritten Satzes. Der Schlusssatz artet für den Primgeiger teilweise in ein Violinkonzert aus und mündet nach zunehmend rasantem Verlauf in eine Stretta. Zupackend war die Wiedergabe des Philharmonia Quartetts, mit großen Gesten und vorwärtsdrängend schöpften die Musiker technisch und musikalisch aus dem Vollen.
Für den wunderbaren Abend gab es neben Blumen auch begeisterten Beifall, dem man schließlich mit dem Allegro con brio aus dem Streichquartett op. 18, Nr.6 von Ludwig van Beethoven Rechnung trug.
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Printausgabe vom 28.03.2009
Tragödie von großer Tiefe
Von Sabine Rauch
Limburg. Der eine: ein schmieriger Typ, arrogant, geldgierig, dumm. Der andere: der Held, sensibel, intelligent. Die beiden treten in Stefan Zweigs Schachnovelle gegeneinander an. Es gewinnt, wie im wahren Leben, der Erstere. Der brutale Ungeist besiegt den Geist. So ist es in Zweigs Novelle. Und so ist es auch in der Bühnenfassung von Helmut Peschina. In der Inszenierung von Frank Matthus kommt noch etwas dazu: ein bisschen Salonkomödie und eine Menge Psychodrama. Und dann noch ein wunderbarer Schauspieler: Gerd Silberbauer als Dr. Bertram, der Mann, der in der Isolationshaft der Gestapo an Schachvergiftung erkrankt. Er bekam stehende Ovationen in der Stadthalle. Und das will schon was heißen.
Was in der Novelle als Erinnerung eines Ich-Erzählers daherkommt, beginnt in der Bühnenfassung mit einem Dialog als Prolog. Zwei Männer unterhalten sich an der Reling eines Dampfers über den Schachweltmeister an Bord. Er sei im Schach ein Genie, aber ansonsten sei seine Unbildung auf allen Gebieten gleich universell. Daniel Pietzuch muss als Mirko Czentovic nicht viel reden. Das blasierte Gehabe, der stolzierende Gang reichen vollkommen, um den Primitivling zu geben. Gerd Silberbauer als Dr. Bertram ist der andere Typ
Schachspieler: gebildet, unsicher, redegewandt. Und er redet viel, er redet schnell, irgendwann redet er wirr. Und er beherrscht die Bühne.
Schon als er sie das erste Mal betritt. Und dann beherrscht er das Stück. Er macht aus der etwas plakativen Gesellschaftskomödie ein Kammerspiel, eine Tragödie von großer Tiefe. Er ist die gequälte Kreatur, die mit Hilfe ihrer Geistesgaben zu überleben versucht. Und am Ende verliert. Sein Spiel und ein Scheinwerfer reichen, um aus dem Luxus-Dampfer eine Zelle werden zu lassen. Und jeder kann nachvollziehen, welche Folter es bereitet, wochenlang nichts als einen tropfenden Wasserhahn zu hören. Erst erzählt er Witze, um eine Reaktion seines Wärters zu provozieren, dann rezitiert er Goethe, Schiller und Kinderlieder, um nicht von Nichts erdrückt zu werden. Irgendwann kann er ein Schachbuch stehlen, und nun spielt er Schach - im Kopf, gegen sich selbst. Er ist ein Getriebener, und die beklemmende Atmosphäre entsteht allein durch Gerd Silberbauers atemloses, intensives Spiel. Und durch seine Fähigkeit, vom Erzähler zum Darsteller zu wechseln - erst spricht er vom drohenden Wahnsinn, dann spielt er den Wahnsinnigen. Und dann spielt er Schach, zum ersten Mal auf einem wirklichen Brett mit einem wirklichen Gegner. Um herauszufinden, ob das Spiel in der Zelle noch Schachspiel oder schon Wahnsinn war. Und er wird krank, das "Gehirnfieber" befällt ihn wieder, er zerbricht an den Seelenqualen. Für den Schachweltmeister ist er am Ende nur ein "begabter Dilettant". Wer seine Gefühle nicht unter Kontrolle hat, taugt eben nicht für die Logik des königlichen Spiels. Aber zum außerordentlichen Schauspieler.
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Printausgabe vom 09.03.2009
Jedermann: Das Theater zur Krise
Von Sabine Rauch Limburg. Die Botschaft ist klar: Nicht der schnöde Mammon soll die Welt beherrschen, sondern der Glaube. Gottes Maßstab soll der allein gültige sein. Und er verschenkt die Gnade, er verkauft sie nicht. Hugo von Hofmannsthal will, dass jedermann erfährt, dass nicht alles käuflich ist und dass nur der Glaube den Menschen zu retten vermag. Deshalb wird moralisiert und allegorisiert, was das Zeug hält. Und die Menschen wollen es noch immer sehen und hören. Ellen Schwiers hat das Mysterienspiel vom Sterben des reichen Mannes publikumswirksam in Szene gesetzt, und die Stadthalle war am Freitag so voll wie selten an einem Theaterabend der Kulturvereinigung. Vielleicht ist der «Jedermann» einfach das Stück zur Wirtschaftskrise, vielleicht verleiht es der Hoffnung auf eine höhere Macht Ausdruck, vielleicht wollten die Zuschauer einfach nur Ellen Schwiers Inszenierung mit irgendeiner von den Salzburger Festspielen vergleichen.
Die Regisseurin hat ihre Sache gut gemacht, sehr effektvoll, sehr eindeutig. Der Jedermann ist ein Gleichnis, und sie hat es in opulente Bilder umgesetzt. Da wird nichts modernisiert, schließlich ist es ein ewiges Thema. Da gibt es keine Zwischentöne, schließlich sind Jedermann, die Buhlschaft, der gute Gesell, der Mammon, Gott, Tod und Teufel keine Individuen. Einzig Jedermann darf sich entwickeln -- und das mit großer Geste: vom selbstgerechten Zyniker über den verzweifelten Sünder bis zum erlösten Christen. Da ist kein Raum für Reflektion und schon gar nicht für Lachen. Dafür ist der Teufel zuständig. Er ist eine Karikatur im Netzhemd, mit Krückstock, kleinen Hörnern und Pferdefuß. Hagen Marks spielte ihn ganz wunderbar, mit komödiantischem Talent, Augenzwinkern und dreckigem Lachen.
Gute Schauspieler
Alle Schauspieler haben ihre Sache gut gemacht. Ellen Schwiers, die Regisseurin, mit aufgelöstem Haar, im weißen Nachthemd von himmlischen Schalmeien faselnd, Magda Kropiunig als leichtlebige Buhlschaft, deren süße Schwüre nichts taugen. Dann war da noch Thomas Ney als Jedermanns guter Gesell, mit einer Spur Ironie und einem wunderbaren Gefühl für Hofmannsthals Verse. Und natürlich Holger Schwiers als Jedermann. Er spielte den verlorenen reichen Mann mit großer Wucht und Intensität. Da ist keine Gelegenheit zum Durchatmen. Und am Ende muss er doch erkennen, dass es eine höhere Macht als den eigenen Willen gibt.
Ellen Schwiers hat das Spiel von er Erlösung des reichen Mannes zu einem Kostümdrama gemacht, ohne große Effekthascherei. Sie reduziert und überhöht den unerschöpflichen Stoff, macht den Jedermann wieder zu einem ewigen Drama -- mit Festspielcharakter. Und dafür gab es lang anhaltenden Applaus.
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Printausgabe vom 05.03.2009
Gabor Boldoczki spielt in Limburg
Sie spielen auch in Limburg: Die Musiker des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim kommen in die Josef-Kohlmaier-Halle.
Limburg. Nach seinem Debüt bei den Salzburger Festspielen wurde ihm «leichtzüngige Artikulation, höchste Beweglichkeit, ein extrem sicherer Ansatz und Koloraturkunst» attestiert. «Ein Solist von solchem Rang veredelt jedes Musikwerk», hieß es in den «Salzburger Nachrichten». Er gewann den «Prix young Artist of the Year», den «Echo-Klassik»-Preis und den Maurice-André-Wettbewerb. Die Limburger Musikfreunde können sich am Freitag, 20. März, davon überzeugen, dass Gabor Boldoczki ein Virtuose ist. Die Kulturvereinigung hat den Trompeter zu einem Meisterkonzert verpflichtet. Zusammen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Sebastian Tewinkel wird er in der Josef-Kohlmaier-Halle zeigen, was er kann.
Auf dem Programm stehen zum Beispiel Jiri Nerudas Konzert Es-Dur für Trompete, Streicher und Basso continuo, Georg Friedrich Händels Suite D-Dur für Trompete, Streicher und Basso continuo, Händels Concerto Grosso d-Moll oder Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento F-Dur (KV 138).
Anzeige Auf jeden Fall hat die Kulturvereinigung renommierte Künstler eingeladen: Das Südwestdeutsche Kammerorchester hat inzwischen fast 200 Platten und CDs eingespielt – immer mit frischem und packendem musikalischem Zugriff und stilistischer Vielfalt.
Gábor Boldoczki wurde 1976 im ungarischen Szeged geboren. Er wird bereits als «würdiger Nachfolger» von Maurice André gehandelt. Bereits mit 14 Jahren erhielt der junge Ausnahmetrompeter beim Nationalen Trompetenwettbewerb in Zalaegerszeg den 1. Preis. Den Durchbruch schaffte er als Gewinner des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD in München. Wer ihn live hören will, bekommt Karten für das Konzert in der Ticket-Zentrale der Stadthalle, Telefon: (0 64 31) 98 06 19. (nnp)
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Printausgabe vom 05.03.2009
45 000 Euro für sechs Konzerte
Von Sabine Rauch
In der vergangenen Saison hatte es die Kulturvereinigung mal mit internationalen Stars versucht. Seitdem wollen auch Künstler in die Josef-Kohlmaier-Halle, die vorher nicht mal ahnten, dass es eine Stadt namens Limburg gibt. Ob Peter Schreiber seine Kontakte nochmal aktiviert, weiß er nicht. «Das war doch ganz schön teuer», sagt der Vorsitzende der Kulturvereinigung. Schließlich kosten Stars Geld.
Nikolai Tokarew oder Jószef Lendvay hätten zwar auch Musikfreunde zu den Meisterkonzerten gelockt, die sonst nicht kommen. Aber es blieben trotzdem noch einige Plätze leer. Peter Schreiber will ein Programm zusammenstellen, das Meisterkonzert-Abonnenten und Gelegenheits-Hörern gleichermaßen gefällt -- und den Etat nicht sprengt. Das funktioniert nicht immer.
Aber auch wenn keine Berühmtheiten am Klavier oder der Violine kommen – «die Besucher der Meisterkonzerte bekommen Künstler geboten, für die man sonst nach Frankfurt fahren müsste», sagt Schreiber.
Auf die Mischung kommt es an, sagt Schreiber. «Die Abonnenten wollen einen Mix aus Orchestern, Kammermusik und Solisten.» Und den bekommen sie. Ein Kammer-Orchester, Streicher-Ensemble, Blechbläser oder auch mal alte Musik und ein Klaviersolist sind in jeder Saison dabei – und zwei Sinfonie-Orchester. «Wir haben diese wunderbare Halle mit der riesigen Bühne und müssen sie auch nutzen.» Außerdem sei es ihm wichtig, auch mal Künstler aus der Region für die Meisterkonzerte zu engagieren, sagt Schreiber. In der Saison 2009/2010 sind das gleich zwei: Julia Kleiter und Christoph Pregardien. Und dann versuche er, alle zwei Jahre das Landesjugend-Sinfonieorchester Hessen zu engagieren. «Das ist ein frisches Orchester mit sehr viel Spielfreude.» Und es ist preisgünstiger als ein Profi-Ensemble.
45 000 Euro kann Schreiber pro Saison für Ensembles oder Solisten ausgeben. Da ist durchaus auch mal Geld für einen Star drin. Auf alle Fälle sind die sechs Konzertabende schnell besetzt. «Limburg ist schon beliebt, weil das Drumherum stimmt», sagt Schreiber. Limburg sei ein schöner Konzertort, liege verkehrsgünstig, «und man kann davon ausgehen, dass 300 Leute kommen». Das sei bei Klassikkonzerten keine Selbstverständlichkeit.
Noch kann sich die Kulturvereinigung auf ihre 300 Abonnenten verlassen. Und auch darauf, dass sie einen ausgebildeten Kunstsinn haben. «Die Abonnenten wollen oft auch mal etwas anderes hören, da kann man auch einmal ein Wagnis eingehen», sagt Schreiber. Zum Beispiel ein Sinfonieorchester engagieren, das Broadway-Melodien spielt oder ein Holzbläser-Quintett mit zeitgenössischer Musik. «Wir haben auch schon mal Musik, die nicht jedermanns Geschmack ist.» Aber dann muss eben auch mal wieder ein Mendelssohn kommen. «Man muss das richtige Programm und ein hohes Niveau anbieten», sagt Schreiber. Und trotzdem sitzen vor allem ältere Menschen in den Konzerten. Und ein paar junge, wenn der Solist dasselbe Instrument spielt oder vormittags Dozent bei einem Workshop in der Schule war. «Wenn wir die Solisten morgens in die Schulen bekommen, dann haben die Jugendlichen ein ganz anderes Interesse daran, abends ins Konzert zu gehen.» Eine andere Möglichkeit, die Jugendlichen für Klassik-Konzerte zu begeistern: Der Spielplan der Meisterkonzerte wird auf den Musik-Lehrplan abgestimmt.
«Wir dürfen nicht jammern. Wir müssen gucken, was funktioniert und was nicht und dann die Ärmel hochkrempeln», sagt Schreiber. Auf alle Fälle fehle in den Konzerten die mittlere Generation. Das liege aber nicht daran, dass sie keine klassische Musik hörten. Sie fahren einfach lieber woanders hin, um ins Konzert zu gehen. «Auch wenn sie nach der Ausbildung oder dem Studium zurück nach Limburg kommen, gehen sie nicht so ohne Weiteres auch hier aus.» Und so sei das Konzertpublikum in der Regel Jahr für Jahr älter geworden. «Vielleicht sitzen in ein paar Jahren nur noch 70- oder 80-Jährige in der Stadthalle. Dann müssen wir das Programm eben dementsprechend anpassen.»
Das Programm für die Saison 2009/2010 steht -- mit der bewährten Mischung. Im Programm 2010/2011 sind noch ein paar Abende frei. Anfragen gibt es mehr als genug. «Ich warte aber noch, ob vielleicht noch etwas kommt, was besser passt.»
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Printausgabe vom 21.02.2009
Die Mixtur muss stimmen
Von Sabine Rauch
Limburg. Die aktuelle Saison hatte gerade begonnen, da studierte Cordula Kleiter schon wieder Prospekte, las Zusammenfassungen und Kritiken. Schließlich planen Theaterleute langfristig und die Kulturvereinigung auch. Und so stand im Oktober 2008 das Programm der Theatersaison 2009/2010. Aber was Cordula Kleiter für die Theaterabende der Kulturvereinigung aussucht, weiß sie eigentlich schon vorher: «Es muss was Lustiges dabei sein, etwas Tragisches, ein Klassiker und vielleicht noch ein Krimi. Da sind schnell acht Stücke zusammen.» Die Kulturvereinigung versucht, für jeden Theatergeschmack etwas anzubieten. Sie weiß aber auch, dass es Stücke gibt, die in Limburg nicht ankommen: Die modernen Dramen, bei denen zwei Mann auf der Bühne stehen und sich unterhalten.
Aber auch ansonsten hat Cordula Kleiter keine freie Wahl: Die Inszenierungen müssen möglichst vielen Abonnenten gefallen, in den Terminkalender der Stadthalle passen und in den Etat der Kulturvereinigung. «Wir haben einiges zu beachten.» Im Sommer bekommt die Kulturvereinigung mitgeteilt, welche Abende in der Josef-Kohlmaier-Halle noch frei sind. Dann beginnen Cordula Kleiter und Gabriele Droste, die Geschäftsführerin der Kulturvereinigung, mit dem Studium der Prospekte der einzelnen Bühnen. Und dann geht es zur Herbsttagung der Inthega (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen). Die Inthega hat in Deutschland, der Schweiz und Österreich insgesamt 375 Mitglieder und hilft Städten und Gemeinden bei der Auswahl der Inszenierungen und beim Abschluss der Verträge. Und bei der Inthega-Messe stellen etwa 140 freie Bühnen und einige Landesbühnen ihren Spielplan vor. Dann wird gebucht. Einige Bühnen fast immer: Zum Beispiel das Euro-Studio Landgraf oder das Ensemble Jacob-Schwiers. «Da weiß man, was man hat», sagt Cordula Kleiter.
Die Abonnenten geben Sicherheit
Den Theater-Etat legt die Kulturvereinigung fest. Über Geld spricht der Verein nicht gerne. «Wir nagen am Existenzminimum», sagt Cordula Kleiter. Finanziert werden die Theaterabende mit Hilfe der Stadt Limburg («Wir machen das im Auftrag der Stadt», sagt Peter Schreiber, Vorsitzender der Kulturvereinigung) und der Abonnenten. «Die sind unsere Sicherheit», sagt Schreiber. Aber sie sind auch das Problem. Denn sie werden immer weniger. Im Moment sind es gerade mal 380. «Das sind genau 380 zu wenig», sagt Cordula Kleiter. «Jetzt fängt es an, dass wir uns Stücke nicht mehr leisten können. Aber wir wollen nicht schlechter werden.» Dann doch lieber einen Theater-Abend streichen.
Aber daran will die Kulturvereinigung noch nicht denken. Sie hofft immer noch, dass es auch in Limburg genug Menschen gibt, die nicht jeden Abend vor dem Fernseher sitzen oder immer gleich nach Wiesbaden oder Frankfurt fahren wollen, um einen spannenden Abend zu erleben. «Aber im Grunde unseres Herzens wissen wir alle, dass wir Dinosaurier sind – vom Aussterben bedroht», sagt Cordula Kleiter. Sie nimmt immer mal jemanden mit ins Theater in der Stadthalle. «Und alle sind begeistert. Aber kaum einer ist bereit, sich ein Abo zu kaufen.» Die Menschen wollten sich heute offenbar einfach nicht mehr festlegen, nicht schon am Ende eines Jahres für das nächste planen. Am Geld kann es nicht liegen, glaubt sie. Ein Abend im Kino koste ja inzwischen mehr als ein Abend im Theater. Aber Theater sei live und unmittelbar. «Die Leute bringen sich um ein Erlebnis.»
Sie war 15, als sie ihr erstes Theater-Abo bekam. Damals war Theater noch eine Institution und ihr Vater ist Günther Prégardien. Und der war 30 Jahre lang Vorsitzender der Kulturvereinigung. Sie liebt das Theater und die Oper. Sie kann sich ein Leben ohne Bühne gar nicht vorstellen. Und sie findet auch nicht immer toll, was sie sieht. Zweimal hat sie sogar schon «buh» geschrieen. Einmal in der Stadthalle: Vor vielen Jahren, als Pierre Brice da war. «Das Stück war schlecht und dann hat er auch noch Playback gesungen, das war eine Unverschämtheit.»
Vor Überraschungen sind die Theatermacher nie gefeit. Aber vielversprechend ist das aktuelle Programm – und das der kommenden Saison – auf alle Fälle. Zum Beispiel steht noch Hugo von Hofmannsthals «Jedermann» auf dem Spielplan (siehe unten). Am 25. März gibt es die «Schachnovelle» – nach der Novelle von Stefan Zweig, auf Tournee geschickt von der Konzertdirektion Landgraf. Am 23. April folgt ein Experiment: federico Garcia Lorcas «Bluthochzeit» und zum Saison-Schluss, am 15. Mai, gibt es eine Komödie «Der nackte Wahnsinn» mit Renan Demirkan in der Hauptrolle.
«Bekannte Schauspieler ziehen immer», sagt Cordula Kleiter. Bekannte Bühnen auch. Viele ältere Abonnenten haben sich inzwischen zu richtigen Theater-Experten entwickelt. Die kennen sogar schon die einzelnen Bühnen und ihren Spielplan. «Wegen dieser treuen Abonnenten kann man sich auch mal ein Experiment leisten», sagt Cordula Kleiter. «Aber sie sterben uns ja leider weg.» Und die anderen müssen wohl irgendwann einmal weite Wege auf sich nehmen, wenn sie ins Theater gehen wollen.
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Printausgabe vom 07.02.2009
Mitreißender Abend mit dem hr-Orchester
Von Anneke Jung
Limburg. Außergewöhnlich in jeder Hinsicht war das vierte Meisterkonzert der Saison in der Kohlmaier-Halle. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, ein Spitzenensemble wie das hr Sinfonie Orchester «direkt vor der Haustüre» zu erleben. Dazu kamen mit der Geigerin Alexandra Soumm und dem Dirigenten Lionel Bringuier zwei hochtalentierte blutjunge Musiker von gerade mal 19 und 22 Jahren, die Unglaubliches leisteten. Und schließlich bewegte sich die Programmauswahl mit vier Werken aus dem späten 19. bzw. beginnenden 20. Jahrhundert auf erfreulich wenig ausgetretenen Pfaden.
Maurice Ravels «Alborada del gracioso» dürfte für die meisten Konzertbesucher ein neues Werk gewesen sein. Ein wunderschönes musikalisches Gemälde eröffnete sich in diesem Werk, voller Sinnlichkeit und Expressivität. Mal waren es die temperamentvollen spanischen Tanzrhythmen, dann wieder die zarten, elegischen Klänge eines Liebesliedes, die die Ohren der Hörer fesselten. Ein gelungener Auftakt zum Konzert und ein Verweis auf die folgende ebenfalls sehr spanisch daherkommende Komposition.
Édouard Lalo ist bei Geigern und Cellisten für technisch durchaus anspruchsvolle Solokonzerte mit folkloristischem Flair bekannt. In den Reigen dieser Kompositionen gehört auch die fünfsätzige «Symphonie espagnole» op.21 für Geige und Orchester. Hier werden alle spanischen Klangklischees bedient, ohne dass es kitschig wird. Mitreißende, opulente Tutti-Passagen mit geballtem Bläsereinsatz, expressive, scharfe Rhythmik einerseits und hinreißend gefühlvolle Melodien mit südlicher Prägung geben Orchester und Solist gleichermaßen Gelegenheiten zum Glänzen.
Verträumte Miene zu rasantem Spiel
Was die junge Geigerin Alexandra Soumm ablieferte, war umwerfend gut. Jeder Ton des nicht gerade einfachen Parts saß. Doppelgriffe, rasante Läufe, wilde Arpeggien gingen ihr von der Hand wie nichts. Mit einem Lächeln im Gesicht tobte sie durch halsbrecherische Passagen um dann mit verträumter Miene die schönsten romantischen Kantilenen hervor zu zaubern. Bei alldem wirkte sie nicht im Mindesten angestrengt, sondern schien eher Spaß an der Sache zu haben.
Auch Lionel Bringuier bot eine erstaunliche Leistung bei der Leitung des recht komplexen Werkes. Mit bewundernswerter Sicherheit und Selbstbewusstsein führte er dieses große Ensemble gestandener Musiker, die allesamt älter und erfahrener sind als er, und versammelte ihre Aufmerksamkeit auf sich.
Ausdrucksstark und klanglich facettenreich bot die 1907 entstandene Ballettmusik «La tragédie de Salomé» op.50 des Franzosen Florent Schmitt dem Orchester schönste Möglichkeiten, sich zu entfalten. Das Stück mit fünf meist ineinander übergehenden Sätzen steigert sich von einem ruhig-melancholischen Prélude über den «Perlentanz» der Salomé und die leicht entrückte, liedhafte «Verzauberung auf dem Meer» zu einer regelrechten Raserei beim «Tanz der Blitze» und schließlich zur Katastrophe beim «Tanz des Schreckens».
Eine emotionsgeladene Interpretation
Gänsehaut verursachte die emotionsgeladene Interpretation der Frankfurter. Es gab wunderschöne Holzbläserpassagen wie die Soli für Englischhorn oder Oboe im ersten und dritten Satz. Bei der «Danse des perles» wand sich eine Melodie aus den tiefsten Tiefen des Kontrafagotts bis zur Klarinette, ohne dass man die Übergänge wahrnahm.
Auf der anderen Seite standen die bizarren Klänge und gigantischen Klanggebilde der beiden letzten Abschnitte, bei denen das Grauen ohrenfällig wurde. Auch hier hatte der junge Dirigent die Fäden sicher in der Hand und motivierte das Orchesters so, dass es das begeisterte Publikum fesselte.
Mit dem Mephisto-Walzer Nr.1 von Franz Liszt endete der furiose Abend. Auch hier schwankt die Musik zwischen Extremen, zartem Liebeswerben Fausts auf der einen Seite und dem sarkastischen, höhnischen Treiben Mephistos auf der anderen. Feine Melodien werden durch einen ad absurdum geführten Walzer abgelöst und münden in einen Taumel der Leidenschaft.
Ein mitreißender Abend, der mit lang anhaltendem Beifall bedacht wurde, und der noch lange nachklingen wird.
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Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Diez vom 23.01.2009
Geister auf Bühne
Coward-Komödie sorgt für strahlende Gesichter
Von Sigrid Baumann
LIMBURG. Sie glauben nicht an Geister? In der Josef-Kohlmaier-Halle wurden die Zuschauer jetzt eines Besseren belehrt, denn dort erschienen deren gleich zwei. In der "Geisterkomödie" von Noel Coward entspann sich die hinreißende Geschichte eines ungläubigen Dichters, der sich in einer Séance aus erster Hand über den Spiritismus informieren wollte, um es in seinem neuesten Buch zu verarbeiten. Das hätte er besser nicht getan.
Da ist Charles Condomine und seine Frau Ruth. Sie haben ihre Freunde Dr. Bradman und Frau zum Dinner eingeladen und erwarten Madame Arcati, die als Medium fungieren soll. Leise Klaviermusik lässt auf einen stimmungsvollen unterhaltsamen Abend schließen, doch nach dem Essen wird eine Séance abgehalten. Danach ist nichts mehr wie es war.
Plötzlich erscheint, allerdings nur dem Hausherrn sichtbar, dessen verstorbene erste Frau Elvira als Geist. Sie ist keineswegs begeistert, dass ihr Mann wieder geheiratet hat und will ihn mit allen Mitteln wieder für sich gewinnen. Sie plant einen Autounfall, damit er im Reich der Geister wieder mit ihr vereint wäre. Doch es trifft seine jetzige Frau Ruth - und von da an hat Charles Condomine zwei Geister im Haus, die ihm das Leben schwer machen. Aus dieser Situation kann ihn nur das wirkliche Medium, das Hausmädchen Edith, retten. In der Hoffnung endlich frei zu sein, erliegt er ebenfalls einem Unfall und nun sind sie zu dritt im Reich der Geister vereint.
Gewürzt mit sprudelnder Situationskomik, witzigen, spritzigen Dialogen, die das Publikum immer wieder zum Lachen bringen, spult sich die Geschichte ab. Das Stück, das schon nach seiner Premiere 1941 durch seinen schwarzen britischen Humor, gepaart mit leichter Frivolität, zu großem Erfolg führte, ließ auch hier den Funken sofort überspringen und sorgte für strahlende Gesichter und verschmitztes Lächeln unter den Zuschauern. Auf der Bühne hervorragende Schauspieler, allen voran Volker Lechtenbrink als Charles Condomine.
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